Sonntag, 19. Mai 2019

Verhandlungen um Übernahme ziehen sich hin Osram verdient nicht ganz so schlecht wie befürchtet

Sparlampen und spärlicher Gewinn: Osram verdiente im Quartal 70 Millionen Euro. Die Verhandlungen mit Bain über eine mögliche Übernahme sind ins Stocken geraten

Der Lichtkonzern Osram hat im zweiten Quartal nicht ganz so schlecht abgeschnitten wie befürchtet. Der Umsatz sei im zweiten Vierteljahr des laufenden Geschäftsjahres (30. September) im Vergleich zum Vorjahr um rund acht Prozent auf 862 Millionen Euro gefallen, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch in München mit.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um 56 Prozent auf 70 Millionen Euro. Damit fielen beide Kennziffern aber immerhin noch etwas besser aus, als Experten nach der Ende März gekappten Prognose erwartet hatten. Die Aktien Börsen-Chart zeigen waren zunächst um bis zu 5,56 Prozent in die Höhe geschnellt, bevor die Gewinne dahinschmolzen. Zuletzt waren die Aktien noch knapp 1 Prozent im Plus. Anleger hoffen, dass die geplante Übernahme des Lichtkonzerns doch noch zustande kommt.

Der Konzern hatte damals seine Serie von Gewinnwarnungen aus dem vergangenen Jahr fortgesetzt und die Investoren verschreckt. Die Aktie forcierte darauf die Talfahrt und fiel bis auf den tiefsten Stand seit dem Herbst 2014. Konzernchef Olaf Berlien bestätigte die Prognose für das laufende Jahr. Demnach soll der Umsatz um 11 bis 14 Prozent sinken und die Marge deutlich zurückgehen.

Übernahme: Verhandlungen mit Bain und Carlyle ziehen sich hin

Die Gespräche von Osram mit Finanzinvestoren über eine Übernahme des Münchner Lichttechnik-Konzerns ziehen sich unterdessen weiter hin. Die Beteiligungsgesellschaften Bain Capital und Carlyle prüften weiterhin eingehend die Bücher, teilte das Unternehmen am Mittwoch bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2018/19 mit. "Es ist weiterhin offen, ob es zu einer Übereinkunft kommen wird", betonte der Osram-Vorstand. manager magazin hatte im April berichtet, die Finanzinvestoren hätten Zweifel bekommen und um mehr Zeit gebeten, nachdem sich die Geschäftslage bei Osram zuletzt deutlich eingetrübt hatte.

Übernahme wackelt: Nun zweifeln auch die Finanzinvestoren an Osram

Auch viele Aktionäre haben den Glauben verloren, dass die Übernahme noch klappt. Die Osram-Aktie ist seit Mitte Februar von mehr als 40 Euro auf weniger als 30 Euro eingebrochen.

Auch in den Monaten von Januar bis März machte Osram die schwächelnde Konjunktur in der Automobilindustrie und bei Mobiltelefonen zu schaffen. Der Umsatz brach im zweiten Quartal 2018/19 um 13,5 Prozent auf 862 Millionen Euro ein. Unter dem Strich rutschte Osram mit 91 Millionen Euro in die Verlustzone. Grund dafür waren Kosten für den Umbau des Unternehmens sowie Abschreibungen auf Firmenwerte. Doch auch das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) brach um 56 Prozent auf 70 Millionen Euro ein.

la/dpa

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