Mittwoch, 27. Mai 2020

Übernahmepoker Bei Osram steigt die Spannung - Frist für AMS-Gebot läuft aus

Osram: AMS will übernehmen und bietet 41 Euro pro Aktie
Andreas Gebert/REUTERS
Osram: AMS will übernehmen und bietet 41 Euro pro Aktie

Nach einer mehrwöchigen Bieterschlacht um den Beleuchtungshersteller Osram entscheidet sich am Freitag, ob das Traditionsunternehmen in neue Hände übergeht. Der österreichische Sensorhersteller AMS will das Ergebnis seines Übernahmeversuchs bekannt geben. AMS bot den Osram-Aktionären 41 Euro je Osram-Aktie. Damit wäre Osram insgesamt mehr als 3,9 Milliarden Euro wert.

Der steirische Sensorhersteller hat sich selbst eine Schwelle gesetzt: Wenn nicht die Eigentümer von mindestens 62,5 Prozent der Osram-Aktien zustimmen, ist der Plan gescheitert. Die IG Metall und der Osram-Betriebsrat lehnen eine Übernahme durch AMS ab, weil sie eine Zerschlagung des Unternehmens befürchten. Grund ist zudem die Finanzierung: AMS ist bereits hoch verschuldet und will die Übernahme mit Hilfe weiterer Milliardenkredite bezahlen.

Am Freitag Nachmittag legten die Osram-Aktien leicht zu auf 40,70 Euro, lagen damit aber immer noch leicht unter dem Gebot von AMS. Als Mindestannahmeschwelle hatte AMS 62,5 Prozent aller Aktien des Lichtspezialisten angesetzt. Sollte diese Schwelle nicht erreicht werden, wäre die Offerte gescheitert. Händler schließen in diesem Fall Kursverluste der Osram-Aktien nicht aus. "Wer hier auf Nummer sicher gehen will und auf die letzten Cents verzichten kann, der verkauft die Osram-Aktie über die Börse", sagte Analyst Wolfgang Donie von der NordLB.

la/dpa

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