Montag, 14. Oktober 2019

Cheftrainer wegen Doping-Vergehen gesperrt Nike schließt umstrittenes Oregon Project

Die deutsche Langstreckenläuferin Konstanze Klosterhalfen gehörte zu den Athleten des Oregon Project
Andreas Rentz Getty Images
Die deutsche Langstreckenläuferin Konstanze Klosterhalfen gehörte zu den Athleten des Oregon Project

Der Sportartikelriese Nike schließt sein umstrittenes Oregon Project in Portland (USA), bestätigte der Konzern der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Dort hatte auch die deutsche Langstreckenläuferin Konstanze Klosterhalfen seit einem Jahr trainiert. "Wir haben beschlossen, das Oregon-Projekt zu beenden, damit sich die Athleten auf ihre Trainings- und Wettkampfbedürfnisse konzentrieren können", heißt es in der Nike-Stellungnahme. Zuvor hatten mehrere US-Medien über die Entscheidung des Unternehmens berichtet.

Projekt-Cheftrainer Alberto Salazar war in der vergangenen Woche wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln für vier Jahre gesperrt worden. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Zeit von 2010 bis 2014. Salazar war nach langjährigen Ermittlungen der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA aus dem Verkehr gezogen worden, ebenso wie der Arzt Jeffrey Brown. Der gebürtige Kubaner und frühere Marathon-Spitzenläufer Salazar hat dagegen Einspruch erhoben. Die Leverkusenerin Klosterhalfen, die zuletzt bei der Leichtathletik-WM in Doha Bronze über 5000 Meter gewann, betonte stets, dass Pete Julian ihr Coach in Oregon sei.

Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" reicht der Skandal um Salazar bis in Nikes Chefetage: Schon 2009 soll der nun gesperrte Coach führende Nike-Mitarbeiter über seine Experimente informiert haben; seine E-Mails habe er unter anderem an den heutigen Nike-Chef Mark Parker geschickt. Dieser habe auch konkrete Nachfragen gestellt.

Laut Nike habe die Untersuchungskommission nicht festgestellt, dass bei NOP-Athleten "jemals leistungssteigernde Mittel eingesetzt" worden seien. Die Gesamtsituation sei für die Athleten aber zu einer "unfairen Belastung" geworden. "Wir werden all unseren Athleten bei diesem Übergang helfen, wenn sie die für sie geeigneten Trainingsbedingungen auswählen. Wir werden Alberto in seiner Berufung weiterhin unterstützen."

luk / dpa

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