Milliardär macht Kasse Oracle kauft Cloud-Firma - und Ellison macht den Musk

Prost! Oracle-Chef Ellison macht beim Netsuite-Deal Kasse

Prost! Oracle-Chef Ellison macht beim Netsuite-Deal Kasse

Foto: Dean Purcell/ Getty Images

Die Methode macht offenbar Schule in der amerikanischen Tech-Industrie: Unternehmer kaufen Firmen, an denen sie selbst beteiligt sind und machen dabei vermutlich persönlich einen guten Schnitt. Neuestes Beispiel: Software-Milliardär Larry Ellison.

Wie heute bekannt wird, steht Ellisons Konzern Oracle  vor der milliardenschweren Übernahme des kleineren Cloud-Spezialisten Netsuite. Die beiden Unternehmen haben sich auf einen Preis in Höhe von 109 Dollar pro Aktie in bar geeinigt, teilte Oracle am Donnerstag mit. Damit lässt sich der SAP-Rivale den Zukauf nach eigenen Angaben insgesamt etwa 9,3 Milliarden Dollar (derzeit rund 8,4 Milliarden Euro) kosten.

Unmittelbar nach der Meldung schossen die Netsuite-Aktien am Donnerstag vorbörslich um 18 Prozent auf 108,30 Dollar in die Höhe. Oracle-Papiere verteuerten sich um knapp 2 Prozent auf 41,70 Dollar.

Beides dürfte Oracle-Gründer Ellison gefreut haben. Denn das ist der eigentlich spannende Hintergrund des Deals: Ellison ist größter Investor von Netsuite. Über Firmen, die ihm oder seiner Familie gehören, hält der Milliardär 40 Prozent an dem Unternehmen, so das "Wall Street Journal". Chef des 1998 gegründeten Netsuite ist zudem der ehemalige Oracle-Topmanager Zach Nelson.

Der Deal erinnert an eine Transaktion, die Elon Musk, ebenfalls milliardenschwerer Chef des Elektroautobauers Tesla, gegenwärtig durchführt: Tesla werde den Solaranlagen-Hersteller SolarCity für 2,6 Milliarden Dollar übernehmen, teilte das Unternehmen Ende Juni mit. Der Preis entspricht einem Aufschlag auf den letzten SolarCity-Aktienkurs von 21 bis 30 Prozent.

Auch SolarCity ist Musk bestens bekannt: Der Multiunternehmer ist mit 22 Prozent der Anteile größter Aktionär der Firma und Vorsitzender des Verwaltungsrats. Geführt wird SolarCity zudem von Musks Cousins Lyndon Rive als CEO und Peter Rive als Technikvorstand. Die Idee zur Gründung des Unternehmens kam 2006 von Musk selbst.

cr/dpa
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