Samstag, 28. März 2020

General Motors prüft Verkauf - mal wieder Opels unendliches Drama mit GM

Opel-Chef Neumann, GM-Chefin Barra: Wechselvolle Geschichte

General Motors denkt über einen Verkauf von Opel nach - wieder einmal. Das Drama zwischen Opel und seiner US-Motor begann vor knapp 10 Jahren, inklusiv großer Versprechen, Enttäuschungen, und Fast-Pleiten: Die jüngere Opel-Historie liest sich wie ein Shakespeare-Drama.

14. November 2008: Opel muss in Folge der Schieflage des Mutterkonzerns GM um die Unterstützung aus den USA fürchten und bittet als erster deutscher Autohersteller den Staat um Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll Opel stützen, nach Unternehmensangaben geht es um "etwas mehr als eine Milliarde Euro".

17. Februar 2009: Nach einem Rekordverlust arbeitet General Motors Pläne für einen Jobkahlschlag aus. Der ums Überleben kämpfende Opel-Mutterkonzern will 47.000 Stellen streichen - davon 26.000 außerhalb der USA, viele in Deutschland.

27. Februar: Opel sieht seine einzige Rettung darin, sich weitgehend von GM abzukoppeln. Das von der öffentlichen Hand benötigte Kapital eines neuen europäischen Unternehmens Opel/Vauxhall wird auf jetzt 3,3 Milliarden Euro beziffert.

2. März: Opel-Manager legen der Bundesregierung einen Rettungsplan vor.

31. März: Kanzlerin Merkel stellt Unterstützung in Aussicht, aber keinen direkten Staatseinstieg.

Dreikampf um Opel, Guttenbergs Drama

23. April: Fiat will Opel übernehmen - die Arbeitnehmer sprechen sich rasch dagegen aus.

28. April: Auch der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna meldet Interesse an und legt ein erstes Grobkonzept für Opel vor.

12. Mai: Es wird bekannt, dass auch der in Brüssel ansässige Finanzinvestor RHJ International ein Angebot prüft - damit gibt es nun drei Interessenten für Opel.

30. Mai: Die Grundsatzentscheidung für Magna fällt - in einer Nachtsitzung mit Bund, Ländern, GM und dem US-Finanzministerium. Damit ist der Weg frei für einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro an Opel sowie die zeitweilige Übernahme von Opel durch eine Treuhandgesellschaft (um den deutschen Autobauer vor den Folgen einer GM-Insolvenz zu schützen).

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg stellt sich als einziger Politiker mit einer Rücktrittsdrohung dagegen und plädiert notfalls für eine Opel-Insolvenz.

1. Juni 2009: GM geht in die Insolvenz.

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