Prozess in London Bilanzskandal holt Olympus ein

Die Krise bei Olympus galt schon als abgehakt, doch jetzt kehrt der Bilanzskandal mit voller Wucht auf die Tagesordnung zurück. Großbritanniens Anti-Korruptionsbehörde strengt einen Prozess an. Auch in den USA wird ermittelt. Die Aktie fällt.
Olympus: Jahrelang wurden Verluste mit Bilanztricks verschleiert

Olympus: Jahrelang wurden Verluste mit Bilanztricks verschleiert

Foto: YURIKO NAKAO/ REUTERS

Tokio - Die britische Anti-Korruptionsbehörde geht nach Angaben des japanischen Medizintechnik- und Kameraunternehmens Olympus fast zwei Jahre nach Bekanntwerden von Löchern in der Bilanz gegen das Unternehmen und seine britische Tochter Gyrus vor. Die Behörde wirft Olympus Bilanzfälschung vor.

Olympus-Aktien  reagierten mit deutlichen Abschlägen und schlossen fast 3 Prozent tiefer. Im Oktober 2011 hatte der damalige Firmenchef einen weitreichen Bilanzbetrug aufgedeckt, bei dem Olympus Jahrzehnte lang Verluste vertuscht hatte. Das Vorgehen der britischen Behörden lässt den Skandal nun wieder aufleben, nachdem der Fall erledigt erschien.

Ermittlungen auch in den USA

Im Juli wurden in Japan drei ehemalige Olympus-Manager in der Angelegenheit verurteilt. Zudem hat sich die Aktie mittlerweile von den verheerenden Verlusten aus der Zeit nach Bekanntwerden des Skandals erholt. Der japanische Sony-Konzern  war dieses Jahr mit rund 500 Millionen Dollar bei Olympus eingestiegen und ist nun größter Aktionär.

Die britischen Behörden werfen Olympus vor, wegen der Fälschung von Bilanzen in den Fiskaljahren 2009 und 2010 gegen britische Gesetze verstoßen zu haben. Olympus erklärte, die Tatsache, dass die Behörde nun erstmals gegen eine Firma als Ganzes wegen Betrugs vorgehe und nicht gegen eine Einzelperson, lasse eine Prognose zur Dauer der Angelegenheit nicht zu. Die Gerichtsverhandlung beginne noch diesen Monat. Ein Sprecher ergänzte, auch in den USA würden Untersuchungen zu der Affäre andauern.

Olympus hatte Gyrus 2008 für zwei Milliarden Dollar gekauft. Dabei zahlte Olympus einen ungewöhnlich hohen Preis für die Beratung des Kaufs und schrieb das Geschäft später zusammen mit einer Reihe anderer Zukäufe vollständig ab.

mahi/rtr
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.