Dienstag, 12. November 2019

 Nachfolge von Hoeneß beim FC Bayern München geregelt Ex-Adidas-Chef und Kahn kommen

FC Bayern München: Hoeneß geht, Hainer und Kahn kommen
DPA

Die Rückkehr von Oliver Kahn zum FC Bayern München ist perfekt. Wie der deutsche Fußball-Rekordmeister am Freitag mitteilte, wird der frühere Kapitän und Torhüter in den Vorstand der FC Bayern München AG berufen. Kahn unterschrieb einen Fünfjahresvertrag, der am 1. Januar 2020 in Kraft tritt. Zunächst fungiert er als Mitglied des Vorstandes. Nach Ablauf des Vertrages von Karl-Heinz Rummenigge am 31. Dezember 2021 übernimmt Kahn von ihm das Amt des Vorstandsvorsitzenden.

"Wir sind überzeugt, dass wir in Oliver Kahn perspektivisch die perfekte Lösung für das Amt des Vorstandsvorsitzenden der FC Bayern München AG gefunden haben. Oliver war ein bedeutender Spieler in der Geschichte unseres Vereins", sagte Aufsichtsratschef Uli Hoeneß laut Mitteilung vom Freitag. Am Vorabend hatte der 67-Jährige seinen Rückzug aus der Führungsspitze des Clubs angekündigt. Nun hat er eine weitere wichtige Weiche für die Zukunft gestellt. Seine eigenen Ämter soll der langjährige Adidas-Chef Herbert Hainer übernehmen.

Kahn ist die Wunschlösung von Hoeneß. "Er war jahrelang Kapitän des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft, er hat fast alle Titel gewonnen, die es zu gewinnen gibt und er ist dabei immer mit Einsatz und Wille vorangegangen", sagte Hoeneß. "Nach seiner aktiven Karriere erwarb er den MBA in General Management und baute parallel dazu seine eigenen Unternehmen auf. Oliver Kahn kennt den Fußball, er kennt die Wirtschaft und er trägt die DNA des FC Bayern in sich. Wir sind überzeugt, dass Oliver Kahn der richtige Mann ist, um den FC Bayern in die Zukunft zu führen."

Der 50 Jahre alte Kahn freut sich auf die Herausforderung. "Es ist eine große Ehre für mich, dass mir zunächst das Amt des Vorstandes und später der Vorsitz des Vorstandes der FC Bayern München AG übertragen wird. Ich bedanke mich beim Aufsichtsrat mit Uli Hoeneß an der Spitze für dieses Vertrauen", sagte der frühere Welttorhüter. "Ich bin mit dem Verein tief verbunden, er hat mein Leben sehr stark geprägt."

Die Verpflichtung von Kahn hatte sich langem abgezeichnet. Der frühere Weltklassetorhüter spielte von 1994 bis 2008 für den FC Bayern München, feierte acht Meistertitel, sechs Pokalsiege und triumphierte als Höhepunkt im Jahr 2001 in der Champions League.

"Mir gefällt Olivers Entwicklung nach der Spieler-Karriere. Er hat sich als Experte im Fernsehen fantastisch entwickelt, ein Fernstudium in Betriebswirtschaft gemacht und eine Firma gegründet. Wir haben hier jemanden, der den Fußball als Torwart auf allerhöchstem Niveau erlebt hat und zugleich in der Lage ist, im wirtschaftlichen Bereich seinen Mann zu stehen. Das reizt uns so", hatte Hoeneß zuletzt im dpa-Interview gesagt.


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Kahn bringt also nicht nur eine beeindruckende sportliche Vita mit. Nach seiner Karriere sammelte der TV-Experte auch Erfahrungen als Unternehmer. "Ich traue Olli das zu. Er war ein großer Spieler, hat Ahnung vom Fußball und hat sich auf seinem zweiten Bildungsweg mit Finanzen und der Wirtschaft seriös auseinandergesetzt. Warum sollte er das nicht schaffen?", hatte der seit 2002 als Vorstandschef amtierende Rummenigge schon erklärt.

Hoeneß war von 2009 bis 2014 Bayern-Präsident. Seit der Entlassung aus der Haft wegen Steuerhinterziehung 2016 über er das Amt wieder aus. Der 67-Jährige will am 15. November nicht wieder als Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters kandidieren. Seinen Vorsitz im Aufsichtsrat möchte er in der ersten Sitzung nach der Jahreshauptversammlung zur Verfügung stellen. Sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrates wird Uli Hoeneß aber für die Dauer seiner Bestellung bis November 2023 weiterhin wahrnehmen.

dpa/akn

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