Montag, 14. Oktober 2019

Sportartikel-Umsatz wächst wieder Nike schafft die Wende zum Wachstum

Nike-Laden in New York: Es läuft wieder besser

Hochpreisige Modelle, der Direktverkauf an Kunden und eine Partnerschaft mit Amazon haben den Adidas- und Puma-Rivalen Nike zurück in die Spur gebracht. Der weltgrößte Sportartikelhersteller konnte im abgelaufenen Quartal seine US-Erlöse erstmals seit einem Jahr wieder steigern und lag konzernweit bei Umsatz und Gewinn über den Erwartungen. Der US-Konzern äußerte sich darüber hinaus optimistischer als bislang zu dem erwarteten Umsatzzuwachs für das jüngst begonnene Geschäftsjahr 2019.

Bei Anlegern kamen das gut an: Die Aktie von Nike Börsen-Chart zeigen stieg am Freitag zeitweise um 10 Prozent. Dazu trug auch die Ankündigung eines neuen Programms zum Aktienrückkauf im Volumen von 15 Milliarden Dollar bei.

Auch die Aktie von Adidas profitierte von den Zahlen. Commerzbank-Analyst Andreas Riemann sah das Umsatzwachstum der Amerikaner auf dem Heimatmarkt nicht als Bedrohung für die Herzogenauracher. Adidas dürfte Nike immer noch abhängen und Marktanteile gewinnen, so der Experte. Das starke Abschneiden von Nike in China und auch die hohe Marge wertet er als positive Signale für starke Märkte und geringen Preiskampf.

Nike hatte zuletzt unter der erstarkenden Konkurrenz von Adidas oder Newcomern wie Fanatics und unter Pleiten von Sportartikel-Händlern wie Sports Authority und Sports Chalet gelitten. Daher hatte der Konzern verstärkt auf den Direktverkauf an Kunden über seine Filialen und das Internet sowie eine Kooperation mit Amazon gesetzt.

Zudem baut Nike-Chef Mark Parker auf Innovationen bei seinen "Nike-Air"-Sportschuhen, die gegen den "Adidas Boost" antreten sollen. Mit seinen neuen Modellen Air Max 270, VaporMax und Epic React verfügte Nike nach eigenen Angaben vom Donnerstag im abgelaufenen Vierteljahr über die drei Bestseller bei Frauen-Sportschuhen jenseits der 125-Dollar-Marke.

Fußball war mit 2,15 Milliarden Dollar im abgelaufenen Geschäftsjahr nur für 7 Prozent der Nike-Erlöse gut - obwohl das Unternehmen in der weltweit beliebtesten Sportart mit hohem Einsatz versucht, die Dominanz von Adidas zu brechen.

Auf seinem wichtigsten Markt Nordamerika steigerte Nike seinen Umsatz im abgelaufenen vierten Geschäftsquartal (per Ende Mai) um rund 2,8 Prozent und damit deutlicher als von Analysten erwartet. Dies war der erste Zuwachs dort seit einem Jahr. Konzernweit stieg der Nettogewinn um knapp 13 Prozent auf 1,14 Milliarden Dollar. Auch die Erlöse legten in dem Vierteljahr um fast 13 Prozent auf knapp 9,8 Milliarden Dollar zu.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 ergab sich damit ein Umsatz-Zuwachs von 6 Prozent auf 36,4 Milliarden Dollar. 2020 will Nike rund 50 Milliarden Dollar erlösen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2019 kündigte der Konzern an, den Umsatz im hohen einstelligen Prozentbereich steigern zu wollen. Bislang war ein Plus im mittleren bis hohen einstelligen Bereich vorhergesagt.

ak/reuters/dpa-afx

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