Mittwoch, 8. April 2020

Coronavirus und die Folgen General Motors muss länger pausieren als erhofft

Hauptquartier von General Motors in Detroit, Michigan

General Motors und VW verlängern ihre Werksstillegungen. Adidas setzt die Mieten für seine Stores weltweit aus. Die Zahl der Infektionen in China steigt durch Einreisende wieder an. Die Bundesregierung rechnet mit 2,1 Millionen Kurzarbeitern. Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen zur Corona-Krise im Newsblog.

  • Die Autoriesen General Motors und Volkswagen müssen ihre vorübergehend stillgelegten Werke länger ruhen lassen als ursprünglich erhofft.
  • Der Sportartikelriese Adidas will für seine derzeit geschlossenen Geschäfte ab April keine Miete mehr zahlen.
  • Die staatliche Förderbank KfW kalkuliert mit bis zu 100.000 Hilfsanträgen - kurz einem noch nie dagewesenen Andrang auf Förderkredite.
  • In Deutschland sind bislang mehr als 37.900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will bis Ostern ein Konzept vorlegen, wie das öffentliche Leben in Deutschland zumindest teilweise wiederhergestellt werden kann.
  • Die Bundesregierung rechnet mit 2,1 Millionen Kurzarbeitern.

21 Uhr - Der US-Autobauer General Motors (GM) verlängert wegen der Coronavirus-Pandemie die Produktionsunterbrechung in den nordamerikanischen Werken. Der Fertigung solle auch nach dem 30. März weiter ruhen, teilt der Autobauer mit. GM nennt keinen Zeitpunkt, ab dem der Betrieb wieder aufgenommen werden solle. GM hatte gehofft, ab Ende März die Produktion wieder hochfahren zu können. Auch der weltgrößte Autobauer Volkswagen verlängert den Produktionsstopp in Deutschland um vier Werktage. In den deutschen Werken der Marke Volkswagen Pkw, von Volkswagen Nutzfahrzeuge und der Volkswagen Konzern Komponente werde die Fertigung bis zum 9. April ausgesetzt, teilte Volkswagen am Donnerstagabend in Wolfsburg mit.

20 Uhr - Der Sportartikelkonzern Adidas Börsen-Chart zeigen will für seine derzeit geschlossenen Shops von April an keine Miete mehr zahlen. Eine Sprecherin bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Das sei im Handel aber nicht ungewöhnlich. "Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind. Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch." Viele Länder, wie auch Deutschland, haben die Schließung von Einzelhandelsgeschäften angeordnet, um die Ausbreitung des Coronavirus zu dämpfen. Adidas hält seine Läden in Nordamerika und Europa zunächst bis 29. März geschlossen.

19 Uhr - Die staatliche Förderbank KfW rechnet mit einer riesigen Nachfrage nach den KfW-Krediten. "Die Corona-Pandemie stellt alles in den Schatten, was wir bislang erlebt haben", sagt KfW-Chef Günther Bräunig dem "Handelsblatt". "Wir stellen uns auf 20.000 bis 100.000 KfW-Anträge ein. Und fragen Sie mich nicht nach einem Volumen."

18 Uhr - Digitalstaatsministerin Dorothee Bär spricht sich für die Verwendung einer sogenannten Tracking App aus. "So eine digitale Anwendung wäre sinnvoll, um das Virus zielgerichtet einzudämmen", sagt die CSU-Politikerin dem "Handelsblatt". In der Bundesregierung gebe es entsprechende Überlegungen. "Datenschutzrechtlich spricht nichts gegen eine solche App, da der Nutzer durch den Download der App der Datennutzung zustimmt", sagt Bär.

15 Uhr - Von der Corona-Krise geschädigte US-Bürger können nach Worten von Finanzminister Steven Mnuchin rasche finanzielle Unterstützung erwarten. Die Gelder dürften binnen drei Wochen fließen, sobald das riesige Hilfspaket Gesetz geworden sei, sagt Mnuchin dem Sender CNBC. Er hoffe auf eine rasche Zustimmung des Repräsentantenhauses, nachdem das Gesetzespaket vom Senat gebilligt wurde.

13 Uhr - Die Hannover Messe ist für dieses Jahr nun doch abgesagt worden. Grund sei die zunehmend kritische Lage aufgrund der Covid-19-Pandemie und eine Untersagungsverfügung der Region Hannover, teilte die Deutsche Messe am Donnerstag mit. Demnach darf die weltweit wichtigste Industriemesse im geplanten Zeitraum nicht ausgerichtet werden. Für die Zeit bis zur nächsten Messe im April 2021 planen die Veranstalter nun ein digitales Informations- und Netzwerkangebot, damit sich Aussteller und Besucher austauschen können. Zuvor war die Messe von Mitte April auf Mitte Juli verschoben worden.

- Am Coronavirus können nach Worten des Chefs des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, alle Altersgruppen erkranken. Aber je älter man sei, desto höher sei das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs. Das Durchschnittsalter der in Deutschland durch das Coronavirus Verstorbenen betrage 81 Jahre. Aber auch Jüngere könnten daran erkranken und daran sterben. "Wir stehen gerade am Anfang", sagt Wieler. Derzeit sei noch keine gesicherte Aussage möglich, ob sich die Ausbreitung des Virus verlangsamt hat. Es gebe große regionale Unterschiede. Manchen Städten mit einem "großen Ausbruchsgeschehen" sei es gelungen, dieses unter Kontrolle zu bringen.

- Die US-Notenbank steht laut Fed-Chef Jerome Powell in der Virus-Pandemie weiter als Krisenhelfer für die Wirtschaft parat. Die Währungshüter seien bereit, überall dort einzugreifen, wo es bei Krediten klemme, sagte er am Donnerstag dem Sender NBC. Die Fed werde dabei wie bisher offensiv vorgehen. Auch wenn der Leitzins bereits nahe null steht und die Fed ein umfangreiches Krisenpaket geschnürt hat, sieht der Notenbankchef das Arsenal noch nicht geleert: Die Fed habe "noch Spielraum" für weitere Maßnahmen, sagte er.

12.45 Uhr - Österreich verschiebt wegen der Coronvirus-Krise die nächste Versteigerungsrunde für den Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G, teilt der Telekom-Regulator RTR mit. Die Auktion werde nicht vor dem Sommer stattfinden. Die zweite 5G-Versteigerung des Landes war ursprünglich für April geplant.

- Indien kündigt ein umgerechnet knapp 21 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket an, um rund 800 Millionen Arme im Land mit Hilfszahlungen und Lebensmitteln zu unterstützen. "Wir wollen nicht, dass irgendjemand hungrig bleibt", kündigt Finanzministerin Nirmala Sitharaman an. Die Regierung will jedem fünf Kilogramm Weizen oder Reis zukommen lassen. Zudem sollen bedürftige Familien ein Kilogramm Hülsenfrüchte erhalten. 83 Millionen arme Familien sollen Gasflaschen zum Kochen bekommen, etwa 200 Millionen Frauen und Senioren sollen Barauszahlungen erhalten.

- Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will in der Corona-Krise ein Ausgangsverbot nach wie vor unbedingt vermeiden. Er halte eine generelle Ausgangssperre für "das allerletzte mögliche Mittel", sagte Müller am Donnerstag im Abgeordnetenhaus.

- Nach anderthalb Wochen ist das Schachturnier der Großmeister im russischen Jekaterinburg nun doch abgebrochen worden. Beim Kandidatenturnier sollte bis zum 3. April der Herausforderer von Weltmeister Magnus Carlsen ermittelt werden. Sieben von 14 Runden sind bereits gespielt. Das Turnier soll laut Welt-Schachverband Fide beim aktuellen Stand später fortgesetzt werden. (Lesen Sie hier mehr.)

12.30 Uhr - Lidl und Kaufland bedanken sich laut "Lebensmittelzeitung" bei den Mitarbeitern für ihre Arbeit in Zeiten der Coronakrise mit einer Prämienzahlung. Demnach stellt die Schwarz-Gruppe dafür insgesamt 35 Millionen Euro zur Verfügung. Die Beschäftigten sollen die Prämien in Form von Warengutscheinen erhalten.

- Die Schweizer Kartellbehörde Weko warnt Unternehmen vor Preisabsprachen. Ordne die Regierung Maßnahmen an, die den Wettbewerb einschränkten, sei das Kartellrecht zwar nicht anwendbar. Private Unternehmen dürften aber weiterhin keine Preise absprechen und Kartelle bilden, selbst wenn wegen der Krise die Zusammenarbeit gesteigert werden müsste.

- Frankreich verlegt erstmals per Zug Corona-Infizierte aus dem Risikogebiet im Elsass. Von Straßburg aus wurden rund 20 Patienten am Donnerstag mit einem medizinisch umgerüsteten TGV-Hochgeschwindigkeitszug in mehrere Orte im Westen Frankreichs gebracht. Damit werden überfüllte Kliniken in Mülhausen und Straßburg entlastet.

- Wegen der Corona-Krise hat die Frankfurter Messegesellschaft nun auch die für Ende Juni geplante Konsumgüterschau "Tendence" abgesagt. Teile des Sortiments sollen den Fachkunden auf der "Nordstil" in Hamburg gezeigt werden, die vom 25. bis zum 27. Juli geplant ist.

- Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen stellt sich auf ein deutliches Umsatzminus durch die Corona-Pandemie ein. "Wir müssen mit starkem Umsatzrückgang 2020 rechnen", sagte ZF-Chef Wolf-Henning Scheider am Donnerstag. Wie hoch dieser genau ausfallen werde, sei derzeit noch nicht absehbar.

- In Russland gibt es nach den Worten von Regierungssprecher Dmitri Peskow derzeit keine Coronavirus-Epidemie. Die Lage sei viel besser als in vielen anderen Ländern, sagt Peskow.

- In der Corona-Krise nähen Gefangene in zwei sächsischen Justizvollzugsanstalten Schutzmasken unter anderem für Hilfsorganisationen. In den Arbeitsbetrieben der Gefängnisse Chemnitz und Torgau stellen Häftlinge unter Anleitung von Bediensteten Schutzmasken für das Deutsche Rote Kreuz, das sächsische Polizeiverwaltungsamt und für den eigenen Bedarf her, wie das Landesjustizministerium am Donnerstag in Dresden mitteilte.

12 Uhr - Der britischer Gesundheitsdienst NHS beklagt eine zunehmende Überlastung der Londoner Krankenhäuser wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Kliniken der britischen Hauptstadt seien mit einem "ständigen Tsunami" schwer erkrankter Corona-Patienten konfrontiert, sagte der hochrangige NHS-Vertreter Chris Hopson am Donnerstag dem Sender BBC Radio 4. Derweil haben die britischen Behörden haben bei dem Staubsauger-Hersteller Dyson 10.000 Beatmungsgeräte bestellt. Das Unternehmen hat nach Angaben seines Gründers James Dyson ein neues Gerät entwickelt, das in dieser "schweren internationalen Krise" eingesetzt werden könne. Die Produktion des sogenannten CoVent könne Anfang April anlaufen, wenn die Aufsichtsbehörden grünes Licht geben. Großbritannien benötigt nach Einschätzung der Behörden insgesamt 30.000 Beatmungsgeräte.

- Die Türkei erwägt eine Ausgangssperre für die gesamte Bevölkerung. Dies hänge von der Ausbreitung der Pandemie ab, teilt die Regierung mit. Bereits am Wochenende war für alle Menschen über 65 Jahre ein Ausgehverbot verhängt worden. "Die vollständige soziale Isolation ist immer auf unserer Agenda", sagte Innenminister Süleyman Soylu dem Sender AHaber.

- In Spanien ist die Zahl der an einer Ansteckung mit dem Corona-Virus gestorben Menschen erneut stark gestiegen. Am Mittwoch habe sie sich auf 4089 im Vergleich zu 3434 am Vortag erhöht, teilen die Behörden mit. Die Zahl der Infizierten ist demnach von 47.610 auf 56.188 angewachsen.

- Einschränkungen des öffentlichen Lebens sollten dem Virologen Christian Drosten zufolge zu einem geeigneten Zeitpunkt stufenweise aufgehoben werden. "Natürlich muss man da raus", sagt Drosten, ohne einen konkreten Zeitpunkt zu nennen. Es müsse geklärt werden, wo und für wen dies zuerst gelten solle. Hier sei die Wissenschaft gefragt, es brauche Modellvorhersagen. Risikogruppen wie ältere Menschen einfach zu isolieren, funktioniere aber nicht.

IW-Institut fordert gemeinsamen Plan der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer angesichts der Corona-Pandemie
Sebastian Kahnert / DPA
IW-Institut fordert gemeinsamen Plan der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer angesichts der Corona-Pandemie

11.45 Uhr - Die Corona-Pandemie ist nach Einschätzung des IW-Instituts zu einer massiven Bedrohung für die deutsche Wirtschaft geworden. "Im glimpflichen Fall gilt der aktuelle Lockdown bis Ende April", teilen die Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mit. In diesem Szenario dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2020 um rund fünf Prozent geringer ausfallen als ohne die Corona-Krise. Bei einem längeren Stillstand der Wirtschaft bis Ende Juni wären wegen der Ausgangssperren die Folgen gravierender: "In diesem Fall würde das BIP um zehn Prozent gegenüber einem normalen Jahresverlauf einbrechen." Wichtig sei ein gemeinsamer Plan der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20), sagt IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt. "Nationale Alleingänge und Abschottung sind fehl am Platz."

- Der Verband der Automobilindustrie (VDA) ruft zusammen mit der Fahrrad- und Motorradbranche dazu auf, den öffentlichen Personen-Nahverkehr in der Corona-Krise zu entlasten. Um das Infektionsrisiko in Bussen und Bahnen zu minimieren, sollten so viele Menschen wie möglich Auto, Fahrrad, Motorroller oder Motorrad nutzen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Fahrrad-Wirtschaftsverbands BVZF, des Industrie-Verbands Motorrad (IVM) und des VDA.

- Das Bundesforschungsministerium will die Universitätskliniken in Deutschland enger verzahnen. Dafür würden für 2020 und 2021 zusammen 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, sagt Forschungsministerin Anja Karliczek. Ziel sei es, mit dem Aufbau eines Netzwerks Informationen zu teilen, welche Maßnahmen jetzt wirkten. Die Berliner Charité soll bei dem Projekt die Federführung haben.

- EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ein europäisches Vorratslager für medizinische Geräte wie Beatmungsgeräte, Masken und Laborbedarf angekündigt. "Die Kommission wird 90 Prozent dieses strategischen Vorrats über das Programm RescEU finanzieren", sagt sie im Europaparlament. Man habe mit 25 Mitgliedstaaten gemeinsame Ausschreibungen etwa für Test-Kits, Beatmungsgeräte und Schutzausrüstung gestartet. Besonders kleinere EU-Staaten sind auf diese Hilfe angewiesen.

- Die Union legt in der Wählergunst einer Forsa-Umfrage zufolge auf einen neuen Höchstwert seit Jahren zu: CDU und CSU würden im RTL/ntv-Trendbarometer bei einer Bundestagswahl danach 36 Prozent der Stimmen erhalten. Das sind vier Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche Umfrage und ist so viel wie nie seit der Bundestagswahl 2017. Die Grünen rutschen dagegen um weitere drei Punkte auf 17 Prozent ab und liegen damit so niedrig wie seit September 2018 nicht mehr in einer Forsa-Umfrage. Die SPD legt demnach einen Punkt auf 16 Prozent zu, die AfD bleibt bei neun Prozent, Linke und FDP verlieren je einen Punkt auf acht beziehungsweise sechs Prozent.

Daimler beantragt wegen der massiven Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie Kurzarbeit

11.30 Uhr - Der Autobauer Daimler beantragt wegen der massiven Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie Kurzarbeit. Sie solle zunächst vom 6. bis zum 17. April gelten und einen Großteil der Produktion von Autos, Vans und Nutzfahrzeugen sowie ausgewählte Verwaltungsbereiche betreffen, teilte Daimler am Donnerstag mit. Dringend benötigte Bereiche sowie die Arbeit an wichtigen Zukunftsprojekten blieben davon ausgenommen. Der Konzern beschäftigt in Deutschland rund 170 000 Menschen.

- Die Deutsche Bank prüft mögliche Kurzarbeit wegen Corona-Krise. Es werde geprüft, ob und wo diese Maßnahme sinnvoll sein könne, erklärte das größte deutsche Geldhaus am Donnerstag gegenüber Reuters. "Auf der operativen Ebene bereitet die Bank sich für solche Szenarien vor." Stand heute gebe es aber keine Kurzarbeit innerhalb des Instituts. Auch einzelne Volks- und Raiffeisenbanken ziehen die Anmeldung von Kurzarbeitergeld in Betracht. "Dort, wo es sich nicht vermeiden lässt, gehen Genossenschaftsbanken diesen Schritt, um Arbeitsplätze zu erhalten", sagte eine Sprecherin des Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR).

- Der 67 Jahre alte thailändische König Maha Vajiralongkorn hat sich mit seiner Entourage im Grand Hotel Sonnenbichl in Garmisch-Partenkirchen eingemietet. Das Hotel habe eine Sondergenehmigung erhalten, heißt es in der "Süddeutschen Zeitung". Der thailändische König ist Berichten zufolge häufig in Bayern anzutreffen. So besitzt er auch eine Villa in Tutzingen am Starnberger See.

11 Uhr - Kurz vor einem Video-Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsmächte (G20) zur Corona-Krise wird die Forderung nach Aufhebung von Sanktionen lauter. Russland, China, Syrien, Iran, Nordkorea, Venezuela, Nicaragua und Kuba dringen in einem Brief an UN-Generalsekretär António Guterres darauf, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag meldete. Diese Strafmaßnahmen untergrüben den Kampf gegen das Coronavirus, heißt es darin. Vor allem die Beschaffung von medizinischer Ausrüstung und Medikamenten sei deshalb schwierig.

- Angesichts der weltweiten Corona-Epidemie hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bundesbürger und die Staatengemeinschaft zum Zusammenstehen aufgerufen. In einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft würdigte er zugleich die "Heldinnen und Helden in der Corona-Krise" wie Ärzte, Pfleger, Mitarbeiter von Supermärkten und Menschen, die anderen helfen. Das Gebot der Stunde laute jetzt "Abstand halten" und dies wiederum bedeute Verzicht, sagte Steinmeier.

- Japans Ministerpräsident Shinzo Abe kündigt ein Einreiseverbot für Menschen aus 21 europäischen Staaten an. Auch Anreisende aus dem Iran dürfen demnach nicht mehr die Grenzen passieren. Er kündigt zudem die Einrichtung einer Arbeitsgruppe wegen der gestiegenen Pandemie-Risiken an.

In Deutschland sind bislang mehr als 37.900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert

10.45 Uhr - In Deutschland sind bislang mehr als 37.900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 10.400 Fällen sowie Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils mehr als 7200 Fällen. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit 78,8 die meisten Infektionen. Mindestens 215 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

- Die Corona-Krise dürfte nach Einschätzung von Ökonomen den Anstieg der Mieten und Immobilienpreise dämpfen. Selbst ein Ende des zehnjährigen Immobilienbooms in Deutschland sei denkbar, wenn sich die Krise noch Monate hinziehe und der Alltag der Menschen stark eingeschränkt bleibe. Das würde Mietern und Immobilienkäufern nach den rasanten Aufschlägen der vergangenen Jahre Luft verschaffen. Angesichts der Unsicherheit über die Folgen der Pandemie und der Ausgangsbeschränkungen dürfte der Wohnungsmarkt in den nächsten beiden Monaten zum Erliegen kommen, sagte Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

- Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat in der Corona-Krise einen Sprung in den Beliebtheitswerten gemacht. 61 Prozent der Menschen in Bayern sind derzeit zufrieden mit seiner Regierungsarbeit, wie eine am Donnerstag von der "Augsburger Allgemeinen" veröffentlichte Civey-Umfrage ergab. Vor einem Monat waren es mit 52 Prozent noch deutlich weniger gewesen.

- Weit über eine halbe Million Briten haben sich bereits als freiwillige Helfer des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS im Kampf gegen die Corona-Pandemie gemeldet. Es sei "fantastisch", dass bereits 560 000 Menschen ihre Unterstützung angeboten hätten, twitterte Gesundheitsminister Matt Hancock am Donnerstag in London. Gleichzeitig hat Großbritannien die Herstellung von Beatmungsgeräten angekurbelt. Derzeit gebe es 8000 Geräte, weitere 8000 sollten in rund einer Woche dem Gesundheitssystem zur Verfügung stehen, sagt der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Edward Agar, der BBC. Nach seinem Worten gibt es mehrere Zusagen von Firmen nach dem dringenden Aufruf der Regierung, Beatmungsgeräte herzustellen.

10.30 Uhr - "Der EU-Gipfel muss ein Zeichen des Aufbruchs in Krisenzeiten senden", fordert der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands BDI, Joachim Lang. Die Staats- und Regierungschefs sollten am Donnerstag den Weg für Kredite des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) an von der Pandemie betroffene Staaten freimachen. Gleiches gelte für neue Kredite der Europäischen Investitionsbank (EIB). Im Gegensatz zur Kreditlinie ließen sich die derzeit oft diskutierten Euro-Bonds nicht schnell einführen.

Die Bundesagentur für Arbeit rechnet mit etwa 2,1 Millionen Kurzarbeitern
Carsten Rehder / DPA
Die Bundesagentur für Arbeit rechnet mit etwa 2,1 Millionen Kurzarbeitern

- Die Bundesregierung rechnet nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit etwa 2,1 Millionen Kurzarbeitern in der Corona-Krise. "Darauf bereiten wir uns erst einmal vor", sagte BA-Vorstand Christiane Schönefeld der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Donnerstag. "Aber wir nehmen auch in den Blick, dass die Zahlen deutlich höher sein könnten." Bei den Arbeitsagenturen sind demnach normalerweise 900 Beschäftigte im Bereich Kurzarbeit tätig. Inzwischen seien 2000 zusätzliche Kräfte für diese Aufgabe identifiziert worden, die nun sukzessive die bisherigen Teams verstärken sollen.

- Die spanische Außenministerin Arancha Gonza1ez wirft Herstellern und Zwischenhändlern von medizinischem Gerät Geschäftemacherei zulasten der am Virus Erkrankten vor. "Zwischenhändler spekulieren ebenso wie Hersteller", sagt sie dem Sender Radio Euskadi. "Wenn es mehr Nachfrage als Angebot gibt, steigen die Preise, was jetzt der Fall ist."

- Es regt sich Widerstand gegen den Plan, bei stornierten Flügen und Pauschalreisen den Konsumenten zunächst nur Gutscheine auszuhändigen. "Gutscheine sind unfair, diese staatlich abzusichern aufwendig", schreibt die Mobilitätsexpertin der Verbraucherzentrale Bundesverband, Marion Jungbluth, am Donnerstag im Kurznachrichtendienst Twitter. Bislang haben Verbraucher das Recht auf eine umgehende Erstattung ihres Geldes. In der Coronavirus-Krise haben Vertreter der Bundesregierung Branchenforderungen aufgenommen, zunächst mit Gutscheinen einen schnellen Abfluss von Barmitteln zu verhindern. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft unterstützt das Vorhaben des Bundes.

Robert Bosch entwickelt Coronavirus-Schnelltests für Analysegerät
Sebastian Gollnow/dpa
Robert Bosch entwickelt Coronavirus-Schnelltests für Analysegerät

10.00 Uhr - Der Technologiekonzern Bosch hat zusammen mit Randox Laboratories ein Analysegerät für Corona-Schnelltests entwickelt. Das Gerät mit dem Namen Vivalytic könne zehn Atemwegserreger gleichzeitig innerhalb von zweieinhalb Stunden diagnostizieren. Das Analysegerät für die vollautomatisierten Tests ist schon seit Februar erhältlich, die Testkartuschen für den Covid-19-Erreger sollen nach der Zulassung ab April verfügbar sein. Bosch will die Testvorrichtungen über Medizintechnik-Vertriebspartner Laboren, Krankenhäusern und Arztpraxen anbieten. Der Preis des Apparates sei in etwa so hoch wie der von konkurrierenden Produkten. Eine Kartusche kostet einer Sprecherin zufolge einen höheren zweistelligen Eurobetrag.

- Der Ferienflieger Condor will einem Bericht des Fachmagazins "fvw" zufolge den vom Staat verbürgten Überbrückungskredit verlängern lassen. Einen entsprechenden Antrag habe das Unternehmen bereits gestellt, heiß es. Grund seien Unsicherheiten in Folge der weltweiten Coronavirus-Krise, die auch den Käufer, die polnische Luftverkehrs-Holding und LOT-Mutter PGL erfasst haben. Condor will zudem einen großen Teil seiner Belegschaft in Kurzarbeit schicken. Mit den Gewerkschaften seien für alle Berufsgruppen Vereinbarungen erzielt worden, erklärte eine Sprecherin am Donnerstag in Frankfurt. Auch habe man wie andere Fluggesellschaften auch zusätzliche Staatshilfen beantragt. Derzeit sei Condor noch stark in die Rückholaktionen des Bundes eingebunden, so dass fast alle Flugzeuge in der Luft seien.

- Die Türkei bremst den Export medizinischer Geräte für die Behandlung von Atemwegserkrankungen. Die Regierung in Ankara ordnet an, dass dafür ab sofort besondere Genehmigungen nötig seien. In der Türkei sind bislang 59 Menschen an dem Corona-Virus gestorben, 2433 haben sich angesteckt.

9.30 - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will einem Bericht der "Zeit" zufolge bis Ostern ein Konzept vorlegen, wie das öffentliche Leben in Deutschland zumindest teilweise wiederhergestellt werden kann.

- Südkorea droht Ausländern mit Abschiebung, wenn sie sich nicht an die Zwei-Wochen-Quarantäne-Regeln halten. Sie würden bei Verstößen in ihre Heimatländer zurückgeschickt, kündigt der Chef des Gesundheitswesens, Yoon Tae-ho, an. Inländern droht er Gefängnisstrafen an.

Apple verschiebt die Einführung des neuen iPhones
JOHN G MABANGLO/ EPA-EFE/ REX
Apple verschiebt die Einführung des neuen iPhones

9.15 Uhr -Die Papiere aus der Chipbranche leiden am Donnerstag vorbörslich unter einem Bericht über eine erst spätere Einführung eines neuen iPhones von Apple. Die Apple-Aktien Börsen-Chart zeigen waren am Vorabend in New York im späten Handel in die Verlustzone gedreht, nachdem die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtete, dass der iPhone-Hersteller die Markteinführung des neuen 5G-Smartphones um mehrere Monate verschieben wolle.

Der Chef der Drogeriemarktkette dm, Christoph Werner, forderte bundeseinheitliche Regeln für die noch geöffneten Geschäfte. "Es ist jetzt nicht die Zeit, Vorwürfe zu machen. Und ich weiß: Die Behörden arbeiten rund um die Uhr. Aber die Uneinheitlichkeit ist ein Problem", sagte Werner dem "Handelsblatt" vom Donnerstag. "Wenn da auf Länder- oder sogar kommunaler Ebene uneinheitliche Regeln bestehen, sind eine langsamere Umsetzung und verunsicherte Menschen die Folge - und das ist das letzte, was wir jetzt brauchen." Die Corona-Krise sei für dm "die größte Herausforderung in der Unternehmensgeschichte".

- Die Coronakrise hat auch Auswirkungen auf die Kriminalität: Ladendiebstähle seien gesunken, auch organisierte Autodiebe dürften unter den geschlossenen deutschen Grenzen leiden, sagte Kriminaloberrätin Elke Schönwald vom Polizeipräsidium Mittelfranken in Nürnberg. Genauso schlecht sehe es möglicherweise für Fahrraddiebe aus, die an den S-Bahnstationen rund um die Großstädte, vor Büros und Kneipen weniger begehrte Objekte finden. Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche könnte zurückgehen, weil viele Menschen zurzeit zu Hause arbeiteten. Ob Einbrecher nun verstärkt in die verwaisten Schulen, Kindergärten und Freizeiteinrichtungen einstiegen, ließe sich derzeit noch schwer abschätzen. Jedoch tauchten Betrüger, die sich als Polizisten, Feuerwehrleute, Mitarbeiter von Gesundheitsämtern oder Hilfsdiensten ausgeben, zurzeit in vielen Orten auf.

9.00 Uhr - Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich durch die Coronavirus-Krise laut einer Umfrage des Ifo-Instituts rapide verschlechtert. Der Index für die Exporterwartungen sei im März um 18,7 Punkte auf minus 19,8 Punkte gefallen, teilte das Forschungsinstitut am Donnerstag in München mit. Laut Ifo-Präsident Clemens Fuest ist dies der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung und der niedrigste Wert seit Mai 2009.

- Frankreichs Wirtschaft wird durch die Corona-Krise massiv belastet. Im März sei die Stimmung in den Unternehmen so stark wie noch nie eingebrochen, wie aus Daten des Statistikamtes Insee vom Donnerstag hervorgeht. Der Indexwert für das Geschäftsklima sei um 10 Punkte auf 95 Zähler gefallen. Einen derart starken Einbuch hat es seit Beginn der Erhebung nicht gegeben.

- Der Büromöbelhändler Takkt will wegen der großen Unsicherheit rund um die Coronavirus-Krise seine Kosten senken. In diesem Zuge werden auch Investitionen gestoppt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2019 soll nach den Plänen des Vorstands ausgesetzt werden. Das Management hatte schon zuvor betont, dass sich derzeit keine verlässlichen Prognosen für die Entwicklung des Konzerns im Geschäftsjahr 2020 abgeben ließen.

-Die Bundeswehr kann nach den Worten von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer mit vielen Reservisten bei der Bewältigung der Corona-Krise mithelfen. Es gebe eine große Hilfsbereitschaft unter den Reservisten, sagt die CDU-Politikerin im ZDF. Das bedeute, dass es genügend Menschen gebe, die bereit seien in der Krise zu helfen, auch wenn die Krise länger andauere. So sei ein hohe Zahl an Reservisten über den Verband organisiert. 28.000 seien schon an bestimmte Stellen beordert worden. Zudem gebe es sehr viele frei verfügbare Reservisten. Fast 10.000 davon hätten sich schon gemeldet. 240 sehr Qualifizierte würden bereits eingesetzt etwa als Sanitätspersonal in Bundeswehrkrankenhäusern.

- Amazon braucht in der Coronavirus-Krise mehrere hundert zusätzliche Mitarbeiter in Deutschland. Um der Nachfrage der Menschen gerecht zu werden, seien 350 zusätzliche Voll- und Teilzeitstellen in der Logistik geplant, bestätigte ein Amazon-Sprecher am Donnerstag. Die 350 neuen Stellen würden bundesweit geschaffen und die Zahl lasse sich nicht auf einzelne Standorte runterbrechen. In den USA hatte Amazon vor zehn Tagen die Schaffung von 100.000 Vollzeit- und Teilzeitstellen in Logistikzentren und dem Zusteller-Netzwerk angekündigt.

HypoVereinsbank schließt zwei Drittel ihrer Geschäftsstellen

8.30 Uhr - Die HypoVereinsbank (HVB) schließt wegen der Ausbreitung des Coronavirus zwei Drittel ihrer Geschäftsstellen. Von den deutschlandweit 337 Filialen bleiben bis auf Weiteres rund 30 Prozent dauerhaft oder im wöchentlichen Wechsel geöffnet, wie die HVB mitteilt. Damit weitet die Unicredit-Tochter die Filialschließungen aus: Am 16. März hatte die HVB angekündigt, knapp ein Drittel ihrer Geschäftsstellen zuzumachen. Die Selbstbedienungszonen sollen in allen deutschlandweit 337 Filialen geöffnet bleiben, die Kundenberater auch der geschlossenen Filialen sollen ihren Kunden weiterhin telefonisch und online zur Verfügung stehen.

- Die Umsätze im britischen Einzelhandel sind im Februar überraschend gesunken. Die Erlöse seien im Monatsvergleich um 0,3 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt ONS am Donnerstag in London mit. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent gerechnet. Im Januar waren die Umsätze noch um revidiert 1,1 Prozent gestiegen, nachdem zunächst ein Zuwachs um 0,9 Prozent ermittelt worden war. In den Februar-Daten spiegeln sich die Auswirkungen der Corona-Krise noch kaum wider. Sie dürften erst die März-Daten stark beeinflussen. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmont stagnierten die Umsätze im Februar.

- Der Iran hat angesichts der Coronavirus-Krise seine Reisebeschränkungen verschärft. Der Verkehr zwischen den einzelnen Städten werde eingestellt, kündigt ein Regierungsmitarbeiter an. Ein Regierungssprecher erklärt, der Islamischen Republik stehe möglicherweise ein zweiter Ausbruch der Coronavirus-Pandemie bevor. "Diejenigen, die zu den iranischen Neujahrsfeiertagen gereist sind, sollten sofort in ihre Städte zurückkehren, ohne auf dem Rückweg Halt zu machen", sagte Regierungsmitarbeiter Hossein Zolfaghari. Bislang sind bei dem Ausbruch im Iran 2077 Menschen getötet und 27.017 infiziert worden. Die Schließung von Universitäten und Schulen sowie das Verbot von Versammlungen wurde inzwischen verlängert.

8.00 Uhr - Die aktuelle Corona-Krise hat die Verbraucherstimmung in Deutschland auf den niedrigsten Wert seit der Finanzkrise einbrechen lassen. In seinem monatlich ermittelten Konsumklimaindex prognostiziert der Nürnberger Marktforscher GfK für April einen Rückgang um 5,6 Punkte auf 2,7 Zähler. Nur im Mai 2009 auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise lag der Index mit 2,6 Punkten niedriger. "Ein so starker Rückgang ist seit Beginn der Erstellung des Konsumbarometers 1994 beispiellos", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

- Der Gesundheitskonzern Fresenius mit seinen 86 Krankenhäusern ist von der raschen Ausbreitung des Coronavirus überrascht und will die Zahl seiner Intensivbetten ausbauen. Die Entwicklung verlaufe "viel dynamischer" als von ihm erwartet, sagte Vorstandschef Stephan Sturm gegenüber der "WirtschaftsWoche". Er sehe zwar derzeit keine Engpässe. Hygieneartikel wie Masken und Handschuhe seien ausreichend vorhanden. Allerdings könne er nicht garantieren, dass zum Höhepunkt der Krise Personal und Ausrüstung ausreichen werden.

Airbus fährt die Fertigung neuer Tragflächen zurück

- Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus fährt wegen der gedrosselten Flugzeugproduktion in der Corona-Krise auch die Fertigung neuer Tragflächen zurück. In den Flügelwerken in Großbritannien und Deutschland werde die Produktion aufgrund des geringeren Bedarfs für die nächsten drei Wochen angepasst, teilte der Boeing-Konkurrent am Donnerstag in Toulouse mit. In Bremen verkürzt der Konzern daher die Arbeitswoche. An den britischen Standorten Filton und Broughton werden die Osterferien verlängert.

- Die Commerzbank will bei Anträgen auf KfW-Corona-Hilfen trotz hohen Tempos genau hinschauen. "Wir haben zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt, um die Fülle der Anträge zu bearbeiten", sagte der für Privat- und Unternehmerkunden zuständige Vorstand Michael Mandel der dpa. "Trotzdem müssen wir jeden Kreditantrag sehr genau prüfen." Firmenkundenchef Roland Boekhout verwies auf die Risiken, die zumindest zum Teil nach wie vor bei den Geschäftsbanken verbleiben. "Die 90-prozentige Haftungsübernahme des Staates hilft natürlich bei der Bewilligung von Krediten, aber sie ersetzt nicht die individuelle Risikoprüfung", sagte Boekhout. "Eine Komplettübernahme der Haftung würde den Prozess natürlich noch beschleunigen."

- Wegen der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie verzichtet der Fotokonzern CEWE auf eine Prognose. Der konkrete Einfluss der geschlossenen Läden kann noch nicht bestimmt werden, wie das SDax-Unternehmen mitteilte.

7.00 Uhr - Die Gewinner der Corona-Krise sind die Hersteller von Toilettenpapier. Hamsterkäufe beim Hygieneartikel haben den Absatz massiv erhöht. Von Februar zum März 2020 sei eine Steigerung um 700 Prozent zu verzeichnen, sagte Christian Böttcher, Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), ohne genaue Zahlen zu nennen. Der Absatz habe sich in diesem Zeitraum verachtfacht. Das Toilettenpapier nehme beim Kaufverhalten der Deutschen eine Sonderstellung ein, so der Sprecher. Wegen der Angst, man dürfe irgendwann nicht mehr das Haus verlassen, werde gebunkert. Es entstehe eine paradoxe Situation. Böttcher: "Einige wissen nicht, wohin damit. Andere haben zu wenig."

6.30 Uhr - In Deutschland sind bislang (Stand Mittwochabend) mehr als 37.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mehr als 200 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben.

6.00 Uhr - Der US-Senat verabschiedet einstimmig den Gesetzesentwurf über 2 Billionen Dollar. Das Hilfspaket soll arbeitslosen Arbeitnehmern und Industrien, die von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind, unter die Arme greifen und stellt mehrere Milliarden Dollar für den Kauf dringend benötigter medizinischer Geräte bereit. Mit 96:0 Stimmen verabschiedete der Senat den Entwurf und schickte ihn an das Repräsentantenhaus, das ihn noch in dieser Woche durchwinken könnte.

- Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche spendet einem Zeitungsbericht zufolge fünf Millionen Euro zur Bewältigung der Corona-Krise. "Mit dem Betrag werden lokale Organisationen und Menschen unterstützt, die durch die Corona-Krise in Not geraten", sagt Porsche-Chef Oliver Blume in einem Vorabbericht den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung" (Donnerstagsausgaben).

China fährt die Wirtschaft wieder hoch. Doch mit der Zahl der Menschen, die wieder in das Land einreisen, steigt auch die Zahl der Neuinfektionen

- Die Zahl der aus dem Ausland eingeschleppten Fälle steigt in China weiter an, wie die Nationale Gesundheitskommission mitteilt. Von 67 Neuinfektionen gingen alle auf Einreisende zurück. Die Zahl der Infektionen in China stieg damit nach Angaben der Behörden auf 81.285, die Zahl der Todesfälle legte um sechs auf 3287 zu.

05.00 Uhr - Der Mittelstandsverbund warnt vor einem Massensterben seiner Mitgliedsunternehmen in Folge der Corona-Krise. "Die Lage ist dramatisch: Möbelhändler, Textil- und Modeverkäufer, Schuhgeschäfte, Bau- und Gartenmärkte sowie viele andere fürchten um ihre Existenz", sagt Mittelstandsverbundspräsident Eckhard Schwarzer den Zeitungen des "Redaktionsetzwerk Deutschland".

- Airbnb-Gastgeber können in den Vereinigten Staaten eine gewisse Erleichterung von dem 2 Billionen Dollar schweren Hilfsgesetz erwarten. Nach Angaben der Vermietungsplattform können erkrankte Vermieter oder Gastgeber, deren Familienmitglieder von COVID-19 betroffen sind, nach dem neuen Gesetz Arbeitslosenhilfe beantragen.

- Die Bürgermeisterin der Bundeshauptstadt Washington, Muriel Bowser, ordnet die Schließung aller nicht unbedingt erforderlichen Geschäfte ab Mittwochabend für einen Monat an. "Dieser Beschluss verlangt die vorübergehende Schließung des Betriebs für alle nicht wesentlichen Geschäfte und verbietet Versammlungen von 10 oder mehr Personen", erklärt das Büro der Bürgermeisterin.


Hören Sie dazu im Podcast: Wie steht es um die Autobauer und Zulieferer?

00.30 Uhr - Das Internationale Olympische Komitee arbeitet laut einem Medienbericht eng mit den internationalen Sport-Verbänden zusammen, um die Sommerspiele von Juli bis August 2021 in Tokio zu veranstalten. Wie die japanische Zeitung "Yomiuri" berichtet, hoffe der Vorsitzende des australischen Olympischen Komitees, John Coates, der auch Leiter der IOC-Koordinierungskommission für die Spiele in Tokio ist, auf eine Entscheidung innerhalb von vier Wochen. Coates sagt der Zeitung, die Spiele müssten zwischen den Tennismeisterschaften in Wimbledon, die am 10. Juli nächsten Jahres enden sollen, und den US Open im September stattfinden.

mit dpa, AFP und reuters

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