Montag, 22. Juli 2019

Streamingdienst wächst stark Millionen neue Kunden - Netflix-Aktie hebt erneut ab

Streamingdienst Netflix: Sieben Millionen neue Kunden in einem Quartal

Mit milliardenschweren Investitionen in Eigenproduktionen hat Netflix Börsen-Chart zeigen mehr neue Kunden angelockt als von Experten erwartet. In den Monaten Juli bis September gewann der Internet-Filmdienst sieben Millionen neue Streamingkunden, wie der US-Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Dies waren etwa 1,8 Millionen mehr als von Analysten erwartet. Damit hat das Filmportal weltweit 137 Millionen Zuschauer.

Die Zahlen überzeugten auch die Anleger, die sich im vorangegangenen Quartal noch enttäuscht gezeigt hatten: Im nachbörslichen Handel stieg die Netflix-Aktie um 14 Prozent.

Der Nettogewinn kletterte im dritten Quartal auf 402,8 Millionen Dollar nach 129,6 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz lag mit vier Milliarden Dollar im Rahmen der Expertenerwartungen.

Der Netflix-Zauber: Wie die Serienmaschine die Zuschauer verführt

Netflix investiert in diesem Jahr mehr als acht Milliarden Dollar in Fernsehserien und Filme, um Kunden anzulocken. Im dritten Quartal bot es die bislang größte Auswahl an Eigenproduktionen an. Dazu zählen neuen Staffeln von "Orange is the New Black" und "BoJack Horseman". Im abgelaufenen Quartal zeigte Netflix Börsen-Chart zeigen seinen US-Kunden Analystenberechnungen zufolge 676 Stunden mehr Eigenproduktionen - ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 135 Prozent.

Warnung vor steigenden Zinsen

Für das laufende Quartal rechnet das Unternehmen mit 1,8 Millionen neuen Kunden in den USA und 7,6 Millionen Neu-Abonnenten in anderen Ländern. Im zweiten Quartal hatte Netflix die Markterwartungen bei Neukunden verfehlt, woraufhin die Aktie einbrach.

Um das rasante Wachstum bei Shows und Spielfilmen zu bezahlen, hat Netflix sich Geld besorgen müssen. In weniger als drei Jahren gab das Unternehmen Anleihen im Nettoumfang von 7,5 Milliarden Dollar aus. Dies könnte Experten zufolge zu einem Problem werden.

"Steigende Zinsen könnten Netflix zunehmend anfällig für höhere Kapitalkosten machen", sagte Tuna Amobi von der Anlageberatungsfirma CFRA. Außerdem sieht sich Netflix der Konkurrenz finanzstarker Unternehmen wie Amazon ausgesetzt. Zudem planen Walt Disney und AT&T für das kommende Jahr eigene Streamingdienste.

la/dpa

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung