Mittwoch, 27. Mai 2020

Nestle Skin Health geht an Konsortium Nestlé-Hautpflegesparte ist Scheichs und Finanzinvestoren fast 10 Milliarden Euro wert

Präsidenten-Garde in Abu Dhabi: Auch Abu Dhabi Investment Authority aus den Vereinten Arabischen Emiraten ist unter den Investoren

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat den Verkauf seiner Hautpflegesparte abgeschlossen. Die Sparte, die offiziell Nestle Skin Health (NSH) heißt, ist für 10,2 Milliarden Franken (9,4 Milliarden Euro) an ein Konsortium um den Finanzinvestor EQT und die Abu Dhabi Investment Authority gegangen.

Der Vollzug erfolge nun nach dem Erhalt der notwendigen Genehmigungen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Vevey mit. Der Konzern hat sich damit nach fast 40 Jahren vom Geschäft mit Sonnenschutz, Akne- und Antifaltenmitteln, Hautkrebs- und Nagelpilzmedikamenten getrennt.

Nestlé Skin Health war ursprünglich 1981 in Lausanne als Gemeinschaftsunternehmen mit L'Oréal unter dem Namen Galderma gegründet worden. Bereits im September vergangenen Jahres hatte Nestlé angekündigt, die Sparte verkaufen zu wollen. Um den Unternehmensteil für potenzielle Käufer interessanter zu machen, wurde NSH wurde in den letzten Jahren umgebaut und profitabler gemacht. Im abgelaufenen Jahr kam die NSH auf einen Umsatz von 2,8 Milliarden Franken. In der Sparte sind mehr als 5000 Mitarbeiter in weltweit 40 Ländern beschäftigt.

Der neueste Milliarden-Deal trägt klar die Handschrift von Konzernchef Mark Schneider. Seit er vor gut zweieinhalb Jahren den Chefposten bei Nestle übernommen hat, weht dort ein anderer Wind. Schneider will nicht nur mehr Wachstum und bessere Margen erzielen, sondern legt den Fokus verstärkt auf gesündere und nachhaltigere Produkte, aber auch Geschäfte mit der Aussicht auf eine wachsende Nachfrage.

So wurden die Bereiche Kaffee, Wasser, Haustier- und Säuglingsnahrung als Wachstumskategorien definiert. Seither bewegt sich der Konzern mit Riesenschritten in diese Richtung. So hat Nestle vor einem Jahr für über 7 Milliarden US-Dollar die Rechte zum Verkauf von Starbucks-Produkten übernommen. Weitere Transaktionen waren etwa der Kauf der kanadischen Atrium Innovations für 2,3 Milliarden Dollar Ende 2017.

rei mit dpa

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung