Freitag, 19. Juli 2019

Lokführer-Streik wirkt nach Bahn-Reisende müssen weiter mit Verspätungen rechnen

Lokführer-Streik: Reisende stauen sich am Montagabend vor einem Schalter im Frankfurter Hauptbahnhof

Nach dem Lokführer-Streik am Montagabend, bei dem an einigen Bahnhöfen gar nichts mehr ging, müssen Bahn-Reisende auch heute mit Behinderungen rechnen. Die GDL droht bereits mit weiteren Ausständen.

Frankfurt am Main/Berlin - Nach dem bundesweiten Warnstreik bei der Bahn sind am Dienstagmorgen noch Nachwirkungen im Berufsverkehr zu erwarten. Es sei eine große Herausforderung, alle Züge dorthin zu bringen, wo sie laut Fahrplan sein müssen, sagte ein Bahn-Sprecher. Er empfahl Reisenden, sich im Internet zu informieren.

GDL-Chef Claus Weselsky bereitete Bahnfahrer auf weitere Behinderungen vor: "Wir gehen davon aus, dass wir eventuell noch ein, zwei Warnstreiks durchführen." Sollte die Bahn nicht einlenken, würde parallel über einen Dauerstreik abgestimmt.

90 Prozent der Güter- und Personenzüge standen am Montagabend zwischen 18 und 21 Uhr still, teilte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit. Die Mitglieder hätten einmal mehr gezeigt, dass "sie es satt haben, Überstunden zu machen und ihre berechtigten Interessen dann mit Füßen getreten werden", sagte Weselsky in einer Pressemitteilung.

In Hamburg und Hannover geht nichts mehr

Nach Angaben der Bahn waren zehntausende Fahrgäste im Nah- und Fernverkehr vom Warnstreik der Lokführer betroffen. Insbesondere die Arbeitsniederlegungen bei den S-Bahnen in Berlin, Hamburg, Hannover, Frankfurt, München und Stuttgart sowie in Nordrhein-Westfalen sorgten dafür, dass Berufspendler und Fernreisende stundenlang in Zügen oder auf Bahnhöfen ausharren mussten, wie die Bahn weiter mitteilte. In den Hauptbahnhöfen Hamburg und Hannover sei zeitweise der gesamte Zugverkehr zum Erliegen gekommen.

Im bundesweiten Schienengüterverkehr waren den Angaben zufolge rund 50 Züge betroffen.

Die GDL verlangt 5 Prozent mehr Lohn, die Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 37 von 39 Stunden sowie bessere Schichtpläne. Kern des Konflikts ist aber, dass die GDL dies nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer fordert, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Diese will die größere Konkurrenzgewerkschaft EVG weiter vertreten. Zudem hat die EVG im Gegenzug angekündigt, nun für die gesamte Bahn-Belegschaft inklusive Lokführer verhandeln zu wollen. Dabei geht es um rund 160.000 Beschäftigte.

ts/dpa-afx/rtr/afp

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