Munich Re senkt Prognose Ergo und Kapitalmärkte belasten Munich Re

Die Erstversicherungstochter Ergo der Munich Re liefert rote Zahlen ab. Und womöglich kostet der Umbau der Ergo noch mehr Geld als erwartet

Die Erstversicherungstochter Ergo der Munich Re liefert rote Zahlen ab. Und womöglich kostet der Umbau der Ergo noch mehr Geld als erwartet

Foto: DPA

Der teure Umbau der Erstversicherungstochter Ergo und die wackligen Kapitalmärkte zu Jahresbeginn verhageln der Münchener Rück das Geschäft. Der weltgrößte Rückversicherer rechnet in diesem Jahr mit einem Gewinneinbruch um ein Viertel auf 2,3 Milliarden Euro, obwohl er im Kerngeschäft bisher kaum mit Großschäden zu kämpfen hat.

Bisher hatte die Münchener Rück noch auf einen Gewinn von bis zu 2,8 Milliarden Euro gehofft, Analysten hatten mit 2,65 Milliarden Euro gerechnet. Die Aktie gab vorbörslich um gut ein Prozent nach.

"Die Gewinneinbußen im ersten Quartal dämpfen unseren Optimismus für das Jahresergebnis", sagte Finanzvorstand Jörg Schneider am Dienstag. In den ersten drei Monaten brach der Gewinn um 45 Prozent auf 436 Millionen Euro ein - überraschend stark. Analysten hatten rund 600 Millionen Euro erwartet.

Gewinn bricht um 45 Prozent ein - Ergo-Umbau wird teurer als vermutet

Die Düsseldorfer Tochter Ergo blickt in diesem Jahr erneut roten Zahlen ins Auge. Im ersten Quartal schrieb der zweitgrößte deutsche Erstversicherer bereits einen Verlust von 25 (Vorjahr: plus 102) Millionen Euro. Dabei will der neue Ergo-Chef Markus Rieß seine Strategie erst im Juni präsentieren. Die wird teuer: "Zunehmend deutlich zeichnen sich hohe Aufwendungen für die Umsetzung des Ergo-Strategieprogramms ab", warnte Schneider.

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Bisher hatte er aus Düsseldorf - ohne die Kosten für den Umbau - noch 250 bis 350 Millionen Euro Gewinn einkalkuliert. Ergo war lange Jahre an der langen Leine geführt worden. Mit Rieß, der als erster Ergo-Chef auch in den Konzernvorstand einzog, soll sie an Bedeutung gewinnen.

Kapitalanlagerendite lag im Quartal bei nur noch 2,7 Prozent

Deutliche Einbußen musste die Münchener Rück auch mit ihren Kapitalanlagen in Kauf nehmen. Sie warfen im ersten Quartal nur noch 1,57 (1,82) Milliarden Euro ab. Vor allem mit den Aktien-Portfolios schrieb der Rückversicherer Verluste. Doch auch beim Verkauf von hochverzinslichen Firmenanleihen nahm sie ein Minus in Kauf. Mit 2,7 Prozent liegt die Kapitalanlagerendite bisher unter der Zielmarke von drei Prozent.

Dabei läuft es im Kerngeschäft besser als gedacht. Die Schaden-Kosten-Quote sank im ersten Quartal auf 88,4 (92,3) Prozent, weil die Münchener Rück bis April kaum Großschäden zu verkraften hatte. Sie senkte deshalb das Ziel für die Schaden-Kosten-Quote - den Maßstab für die operative Ertragskraft - auf 95 von 98 Prozent. Zudem kann sie mehr Rückstellungen für Altschäden auflösen als gedacht.

rei/Reuters
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