Freitag, 21. Februar 2020

Finanzspritze für Monte dei Paschi Rom will Krisenbank mit 5 Milliarden Euro retten

Alt und kapitalschwach: Die älteste Bank der Welt braucht dringend frisches Geld

Die italienische Regierung denkt bei einer neuerlichen Rettungsaktion für die Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) an eine Finanzspritze von 5 Milliarden Euro. Dadurch sollten Verluste ausgeglichen werden, die durch einen von der Europäischen Zentralbank (EZB) geforderten Abbau von faulen Krediten entstehen könnten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine informierte Person. Über drei Jahre sollten demnach Problemkredite in Höhe von 10 Milliarden Euro abgebaut werden.

Die italienische Regierung will laut früheren Berichten eine Sonderregel nutzen, die Staatshilfe für den Fall erlaubt, dass bei Stresstests der Behörden Kapitallücken auftreten. Am 29. Juli wollen die EU-Bankenaufsicht EBA und die EZB die Ergebnisse des diesjährigen Krisentests für die Branche vorlegen.

Bislang war im Rahmen eines möglichen Rettungsplans für die MPS von einer Kapitalspritze in Höhe von 3 Milliarden Euro durch den bislang größtenteils von der Branche selbst gefüllten Rettungsfonds Atlante spekuliert worden. Zusätzlich sollten demnach Wandelschuldverschreibungen an den Staat verkauft werden.

MPS leidet besonders stark unter einem Berg fauler Kredite. Die 1472 gegründete Bank gilt als älteste Bank der Welt. Doch seit der Finanzkrise hat sie sich nicht wirklich erholt - trotz mehrerer Kapitalerhöhungen und zweier Rettungsaktionen durch den Staat.

Die Bankenkrise in Italien wirkt sich auch in Europa aus. Die Titel der Deutschen Bank sind in dieser Woche unter die Marke von 12 Euro und damit auf ein neues Rekordtief gefallen. Zudem droht dem Institut der "Fast Exit" aus dem Index Stoxx Europe.

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la/dpa/reuters

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