Donnerstag, 25. April 2019

Saudi-Arabiens Prinz "Mr Everything" Dieser 30-Jährige will das Öl-Imperium neu erfinden

4. Teil: "Der Ölpreis ist uns egal"

Nur noch repräsentativ: Ölminister Ali al-Naimi in der Mitte seiner Kollegen auf dem Opec-Treffen in Katar

"30 oder 70 Dollar, der Ölpreis Börsen-Chart zeigen ist uns egal", prahlt der Prinz. "Das ist nicht meine Schlacht." Kaum zu glauben, steht und fällt doch der Staatshaushalt und damit der soziale Frieden im Land mit den Rohstoffeinnahmen. Nun muss sich das stolze Königreich erstmals seit einer Generation wieder neu verschulden .

Doch seine Argumentation, Saudi-Arabien könne den Ölmarkt ohnehin nicht mehr steuern wie früher, ist durchaus plausibel. Das Exportkartell Opec mit den Saudis als Führungsmacht wird dadurch obsolet.

Dass er es ernst meint, zeigte sich beim jüngsten Opec-Treffen in Katar, wo erstmals seit Jahren ein Beschluss zur kollektiven Produktionskürzung auf dem Tisch lag und sogar der aktuell größte Produzent Russland als Nicht-Mitglied mitmachen wollte. Doch Mohammed bin Salman entschied: Wenn der Erzrivale Iran nicht mitmacht, der nach jahrelangen Sanktionen wieder mehr Öl verkaufen will, tun wir es auch nicht.

Das Signal: Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Naimi, seit 20 Jahren im Amt und die Schlüsselfigur der Opec, ist entmachtet. Das Sagen über Saudi Aramco hatte er zuvor schon an den Omniprinz verloren.

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