Freitag, 22. November 2019

500.000 neue Stellen 2017 Wirtschaft erwartet hunderttausende neue Jobs in diesem Jahr

Der Fachkräftemangel in manchen Branchen und Regionen Deutschlands wird für Mittelständler zum ernsthafen Problem

Der Mittelstand ist bester Dinge. Acht von zehn Firmen wollen investieren und mehr als ein Viertel der Mittelständler will neue Jobs schaffen. Hunderttausende neue Stellen könnten auch im Dienstleistungssektor entstehen. Doch der Boom hat auch eine Schattenseite.

Die Stimmung mittelständischer Unternehmen in Deutschland ist so gut wie seit Jahren nicht mehr. Fast neun von zehn Mittelständlern (88,4 Prozent) beurteilen ihre aktuelle Situation als "sehr gut" oder "gut", zeigt die Frühjahrsumfrage des Bankenverbandes BVR und der DZ Bank. Per Saldo habe es seit dem Start dieser Umfrage vor 22 Jahren nie ein so positives Ergebnis gegeben.

Ein Grund für die gute Stimmung: Das Zinstief kurbelt die Nachfrage auf dem Bau an, die gute Arbeitsmarktsituation stützt den privaten Konsum, wovon auch der Einzelhandel profitiert. Das bleibt nicht ohne Folgen für Investitionen und Beschäftigung.

Acht von zehn Mittelständlern wollen in den nächsten sechs Monaten in ihr Unternehmen investieren, gut ein Viertel der Unternehmen (26,7 Prozent) will weiteres Personal einstellen. Davon profitiert der Arbeitsmarkt insgesamt in Deutschland:

Viele Jobs werden laut DIHK im Dienstleistungsbereich entstehen

Die deutsche Wirtschaft rechnet in diesem Jahr mit 500.000 neuen Jobs, berichtet die "Rheinische Post" am Montag unter Berufung auf eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Allein 130.000 Jobs dürften dabei bei Gesundheitsdienstleistern entstehen. Hier werde die Nachfrage nach Arbeitskräften angetrieben durch die alternde Gesellschaft sowie ein immer größeres Gesundheitsbewusstsein.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sagte der Zeitung, "Haupttreiber der erfreulichen Beschäftigungsentwicklung bleiben die Dienstleistungsbranchen." Ebenso viele neue Jobs wie bei den Gesundheits- und Sozialdienstleistern würden demnach bis Ende des Jahres bei unternehmensbezogenen Dienstleistern geben - etwa in Werbeagenturen, Marktforschungsinstituten, bei Wirtschaftsprüfern oder Sicherheitsunternehmen.

Arbeitsagentur rechnet gar mit bis zu 760.000 neuen Jobs

Auch die Bundesagentur für Arbeit bezeichnete die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in ihrem jüngsten Monatsbericht für Mai als weiterhin günstig. Im vergangenen Monat sank die Arbeitslosenquote auf 5,6 Prozent. Das wissenschaftliche Instiut der Arbeitsagentur (IAB) geht nach eigenen Schätzungen sogar von bis zu 760.000 neuen sozialversicherungspflichtigen neuen Jobs bis zum Jahresende aus.

Die hohe Nachfrage hat allerdings auch eine Schattenseite. Es fehlt geeignetes Personal: Jeder zweite Betrieb sehe laut DIHK seine Geschäftsentwicklung durch den Fachkräftemangel gefährdet. Der Mangel an geeignetem Personal zementiere sich als "Top-Risiko" - und zwar in allen Regionen und vielen Branchen.

Drei Viertel der Firmen im Gastgewerbe, bei Gesundheits- und Bildungsdienstleistern berichteten demnach von Engpässen. Im Tiefbau zeigten sich vier von fünf Betrieben besorgt.

rei mit Nachrichtenagenturen

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