Mittwoch, 24. Juli 2019

Mittelstand Anteil der innovativen Unternehmen gesunken

Roboter auf der CeBit: Die Innovations-Ausgaben steigen - doch die Budgets konzentrieren sich auf immer weniger Firmen

Der Anteil der innovativen Unternehmen im deutschen Mittelstand ist seit 2004 um nahezu die Hälfte gesunken . Der neue KfW-Innovationsbericht, der den Zeitraum 2013 bis 2015 umfasst, weist einen Rückgang der Innovatorenquote um knapp 7 Prozentpunkte gegenüber dem Zeitraum 2012/2014 auf jetzt 22 Prozent aus. Die Anzahl der mittelständischen Innovatoren ist gegenüber der Vorperiode um 237.000 auf nunmehr 803.000 Unternehmen gesunken.

Damit setzt sich der langfristige Trend zu weniger Innovatoren fort und erreicht den niedrigsten Wert seit dem Start der Untersuchung im Zeitraum 2002/2004. Damals lag die Innovatorenquote noch bei 42 Prozent. Der KfW-Innovationsbericht untersucht auf der Basis der repräsentativen Daten des KfW-Mittelstandspanels die Innovationsaktivitäten des Mittelstands, d. h. der Unternehmen in Deutschland mit einem Jahresumsatz von maximal 500 Millionen Euro.

Der Rückgang der Innovatorenquote betrifft Unternehmen aller Branchen und Größenklassen. Besonders ausgeprägt ist er bei kleinen Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern sowie Bau- und Dienstleistungsunternehmen. Im forschungs- und entwicklungsintensiven Verarbeitenden Gewerbe (z. B. Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie) ist der Anteil der Innovatoren weniger stark gesunken.

Ausgaben für Innovationen konzentrieren sich auf weniger Unternehmen

Die Gesamtausgaben für Innovationen im Mittelstand sind in den vergangenen drei Jahren aber konstant geblieben, bei großen Mittelständlern ab 50 Beschäftigten sogar um 3 Mrd. auf 20 Milliarden Euro gestiegen. Dagegen sind die Innovationsausgaben der kleineren Mittelständler von 20 Mrd. auf knapp 17 Milliarden Euro gesunken. Die Investitionen in Innovationen konzentrieren sich damit auf immer weniger Unternehmen.

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Die unmittelbaren Gründe für den Rückgang an innovativen Unternehmen im Berichtszeitraum sieht KfW Research in den überwiegend negativen Geschäftserwartungen zu der Zeit und einer hohen Verunsicherung in Bezug auf die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. In der langfristigen Betrachtung über die vergangenen 10 bis 12 Jahre liegen die Hauptgründe für die nachlassende Innovatorenquote in den Schwierigkeiten bei der Finanzierung, der demografischen Entwicklung und den wachsenden Problemen, Fachkräfte zu rekrutieren.

Der Chefvolkswirt der KfW, Jörg Zeuner, sagt: "Um die seit Jahren nachlassende Innovationstätigkeit in der Breite des deutschen Mittelstandes wiederzubeleben gilt es, das Innovationssystem als Ganzes zu stärken. Dies gilt etwa für die Investitionen in Forschung und Entwicklung im öffentlichen und privaten Sektor. Die von der EU im Lissabon-Prozess festgelegte Zielmarke von 3,0 Prozent am Bruttoinlandsprodukt ist zwar nahezu erreicht worden. Andere Länder verfolgen aber noch ambitioniertere Ziele." Deshalb brauche es auch ein gesellschaftliches Klima, das Innovation und Wandel begrüße, so Zeuner.

la/dpa

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