Erlöse klettern rasant Bei Microsoft boomt nicht nur das Cloud-Geschäft

Hochstimmung bei Konzernen, die mit der Cloud hervorragende Geschäfte machen - so auch bei Microsoft. Hinter Amazon ist der Konzern hier mittlerweile zur weltweiten Nummer zwei aufgestiegen. Inzwischen florieren die Geschäfte aber auch in anderen Sparten - die Quartalszahlen übertreffen die Erwartungen deutlich.
"Wir hatten ein unglaubliches Jahr": Microsoft-Chef Satya Nadella

"Wir hatten ein unglaubliches Jahr": Microsoft-Chef Satya Nadella

Foto: Elaine Thompson/ AP

Das boomende Cloud-Geschäft lässt die Kassen von Microsoft kräftig klingeln. Vor allem die Sparte Azure, die Firmenkunden Computerdienste über die sogenannte Datenwolke online anbietet, sorgte für ein überraschend starkes Umsatzwachstum von 89 Prozent bei dem US-Softwareriesen.

Das Geschäft mit der cloudbasierten Büro-Software Office 365 florierte ebenfalls. Allein hier kletterten die Erlöse um 38 Prozent. Doch andere Bereiche konnten zulegen: Das Karrierenetzwerk LinkedIn steuerte zur Bilanz der Konzernmutter ein Umsatzplus von 37 Prozent bei.

Insgesamt stieg der Umsatz von April bis Juni um 17,5 Prozent auf 30,1 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn stieg im vierten Geschäftsquartal binnen Jahresfrist um zehn Prozent auf 8,87 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Die Anleger freute dies: Die Microsoft-Aktie kletterte nachbörslich fast vier Prozent.

Für den Windows-Anbieter zahlt sich die Neuausrichtung auf das Cloud-Geschäft bereits seit längerem aus, bei dem vor allem Unternehmen IT-Arbeitslasten in das Internet auslagern, um Datenspeicher- und Softwarekosten zu senken.

Auch der Walldorfer Software-Rivale SAP und der weltgrößte IT-Dienstleister IBM profitierten zuletzt kräftig vom Cloud-Computing.Mit Azure ist der weltgrößte Softwarekonzern zur Nummer zwei im Markt hinter dem AWS-Dienst von Amazon aufgestiegen. Beide stellen zum einen Rechenkapazitäten in der Datenwolke bereit und liefern damit ihren Kunden eine Plattform, über die diese ihre IT abwickeln können. Zum anderen verkaufen sie die dafür nötige Software.

Dies rentiert sich, da immer mehr Firmen aufgrund der höheren Flexibilität und geringeren Kosten auf eigene Rechenzentren verzichten und sich stattdessen bei Cloud-Diensten anmelden.

Diese Kombination funktioniere bei Microsoft gut und der große Cloudtrend werde wohl noch Jahre andauern, sagte Analyst Tom Taulli vom Finanznachrichtenportal Investorplace.com. Da sich das angestammte Softwaregeschäft in den vergangenen Jahren abgeschwächt hat, konzentriert sich Microsoft nach dem Amtsantritt von Konzernchef Satya Nadella 2014 mittlerweile auf den Cloud-Service und mobile Anwendungen. Der Aktienkurs ist seither kräftig gestiegen. Die Marktkapitalisierung lag Anfang des Monats erstmals über 800 Milliarden Dollar.

US-Steuerreform belastet Jahresgewinn

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte Microsoft den Umsatz um 14 Prozent auf 110,4 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn brach hingegen wegen einer hohen Sonderlast aufgrund der US-Steuerreform von 25,5 Milliarden auf 16,6 Milliarden Dollar ein. Das bereinigte operative Ergebnis wuchs hingegen um 21 Prozent auf 35,1 Milliarden Dollar. "Wir hatten ein unglaubliches Jahr", freute sich Microsoft-Chef Nadella. Die frühen Investitionen ins Cloud-Geschäft zahlten sich nun aus, man werde weiter auf Innovationen setzen.

rei/Reuters/dpa