Montag, 24. Februar 2020

US-Investor kauft Wahrzeichen von San Francisco Dieser Mann sammelt Hochhäuser wie andere Modelleisenbahnen

Neuer Eigentümer von San-Franciso-Wahrzeichen: Das Imperium des Michael Shvo
imago/Levine-Roberts

Für gute Bilder hat Michael Shvo ein echtes Näschen. Als der New Yorker Immobilieninvestor 2013 nach dem Platzen der Immobilienblase in den Markt zurückkehrte, startete er mit einer Kunstaktion. Auf dem Gelände einer Tankstelle im New Yorker Stadtteil Chelsea ließ er öffentlichkeitwirksam echte und künstliche Schafe grasen, bevor er auf dem für einen zweistelligen Millionenbetrag erworbenen Gelände ein Luxus-Apartment-Gebäude hochziehen ließ.

Und auch als er 2018 in New York zu einer einer Steuernachzahlung in Millionenhöhe zustimmte, nachdem er, um Steuern zu vermeiden, für den Kauf eines Ferraris eine Mantelgesellschaft gegründet hatte und den Behörden der Staatsanwaltschaft zufolge vorgegaukelt hatte, dass für seine diversen US-Wohnungen erworbene Kunstwerke auf die Cayman-Inseln verschifft worden seien, nutzte er die Gelegenheit für einen filmreifen Auftritt: Filmkuss mit der Gattin und Abfahrt in der Luxuslimousine inklusive.

Jetzt hat das umtriebige ehemalige Immobilienwunderkind wieder zugeschlagen. Und mit der Transamerica-Pyramide ein Wahrzeichen von San Francisco übernommen. Gezahlt haben sollen Shvo und seine Partner für das lange höchste Gebäude der Stadt 700 Millionen Dollar - und damit rund 100 Millionen mehr als ursprünglich erwartet, berichtet das Onlinemagazin curbed

Für Shvo, der in den vergangenen Jahren Hochhäuser gesammelt hat, wie andere Modelleisenbahnen, kein exorbitanter Preis. Nach eigenen Angaben liegt der Wert seines Portfolios bei mehr als 6 Milliarden Dollar.

Shvo, 1972 in Israel als Sohn zweier Wissenschaftler geboren, kam er mit sechs Jahren in die USA, wo seine Eltern an den Universitäten Yale und später in Stanford Lehraufträge annahmen. Schon damals, als er auf Wochenendausflüge nach New York Musicals wie Peter Pan und all die beeindruckenden Gebäude gesehen habe, sei ihm klar gewesen, dass er nach New York zurückkehren werde, erzählte er Jahre später dem "Wall Street Journal".

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