Dienstag, 28. Januar 2020

Umbau und Russland belasten Metro-Ergebnis "Im Großhandel liegt unsere Zukunft"

Metro-Chef Olaf Koch will den Handelskonzern zu einem reinen Großhändler umbauen. Das kostet Geld und auch im nächsten Jahr noch viel Arbeit

Der Umbau zu einem reinen Großhändler wird das Ergebnis des Handelskonzerns Metro im laufenden Geschäftsjahr belasten. Die Restrukturierungskosten sowie ein weiterer zu erwartender Ergebnisrückgang im wichtigen Russlandgeschäft dürften das operative Ergebnis (Ebitda) beeinträchtigen, teilte der Konzern am Mittwochabend in Düsseldorf mit. Die geplanten Verkäufe der Supermarktkette Real sowie des China-Geschäfts sollen Metro Börsen-Chart zeigen dagegen einen Geldregen bescheren.

Die Metro-Aktie machte nachbörslich auf das Zahlenwerk gleichwohl einen Sprung. Auf Tradegate notiert sie 1,2 Prozent höher als zum Xetra-Schluss.

Das bereinigte Ergebnis wird bestenfalls stagnieren

Das um Restrukturierungskosten bereinigte Ebitda des fortgeführten Geschäfts erwartet Metro auf dem Vorjahresniveau von gut einer Milliarde Euro, wie es hieß. Nicht berücksichtigt sind dabei mögliche Gewinne aus Immobilienverkäufen. Im fortgeführten Geschäft sind Real sowie das China-Geschäft nicht mehr enthalten. Der Umsatz soll organisch um 1,5 Prozent bis 3 Prozent wachsen. Ausgeklammert sind dabei Währungsschwankungen sowie Zu- und Verkäufe.

Im vergangenen Jahr schrieb der Handelskonzern Verluste. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 126 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 333 Millionen erzielt worden war. Hauptverantwortlich waren dabei Abschreibungen auf Real. Im fortgeführten Geschäft konnte Metro den Gewinn um knapp 14 Prozent auf 405 Millionen Euro steigern. Dabei profitierte der Konzern auch von dem Verkauf von Immobilien. Metro-Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 0,70 Euro erhalten.

Die Umsätze stiegen leicht um 1,1 Prozent auf 27,1 Milliarden Euro. Hier lasteten negative Wechselkurseffekte auf dem Wachstum. Dynamisch zeigte sich das Belieferungsgeschäft.

"Im Großhandel liegt unsere Zukunft"

Metro ist im Umbau zu einem reinen Großhändler. "Unser Ursprung ist der Großhandel, und im Großhandel liegt unsere Zukunft", sagte Konzernchef Olaf Koch. Auf dem Weg zum Großhandelskonzern hatte er unter anderem der Warenhaus-Tochter Kaufhof und den Elektronikmärkten Media Markt und Saturn den Laufpass gegeben.

In den kommenden Monaten kommt aber noch viel Arbeit auf Koch zu. Er will die vor über einem Jahr ins Schaufenster gestellte Supermarktkette Real endlich losschlagen. Aktuell verhandelt Koch mit einem Konsortium aus dem Immobilieninvestor X+Bricks sowie der SCP Group über die Zukunft von Real. Auch die Trennung vom Geschäft in China will Koch 2020 endgültig über die Bühne bringen. Insgesamt sollen rund 1,5 Milliarden Euro aus den Transaktionen in die Kassen des Düsseldorfer Konzerns fließen.

Zugleich will Metro die Kosten senken. Einsparungen könnte es in der Hauptverwaltung als auch in den internationalen Querschnitts- und Servicegesellschaften geben. Die Einsparungen sollen pro Jahr im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen. Die Kosten hat Metro für das laufende Jahr auf 60 bis 80 Millionen Euro beziffert.

rei/Reuters/dpa

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