Freitag, 19. April 2019

Was "Shouts" kann, was WhatsApp nicht kann "Shouts" - die deutsche Antwort auf WhatsApp

Let it all out: Fans von Justin Bieber, Sänger, auf einem Konzert.

WhatsApp & Co. haben einen weiteren Konkurrenten - diesmal aus Deutschland. Der Hamburger Jan Beuck will Shouts zu einem der großen Anbieter machen und bis Jahresende 1 Million User erreichen. Das Charmante an seiner Idee: Über Shouts kann man 100 Menschen in der Nähe kontaktieren, ohne dass man sie überhaupt kennt.

Das Interview erschien zuerst bei unserem Inhalte-Partner SAAL ZWEI.

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Jan Beuck ist mehr als zufrieden: Shouts, sein Messaging-Dienst, ist erst vor wenigen Wochen gestartet und hat jetzt schon mehr als 50.000 registrierte User. Der 36-jährige Hamburger, der 2009 die Online-Spiele-Firma Playa Games mitgründete, hat ambitionierte Ziele: Eine Million User will er bis Jahresende erreichen. Shouts funktioniert wie ein digitaler Ruf. Die App ist eine Mischung aus Instagram und Twitter Börsen-Chart zeigen, passt sich aber automatisch der Position des Benutzers an. Das bedeutet, man kann mit Menschen in der Umgebung kommunizieren, ohne Kontaktdaten austauschen zu müssen. Wenn man einen Shout verschickt, erreicht dieser 100 Menschen in der Nähe, die auch gerade in der App sind. Aktuell bedeutet das, man kann sich mit Leuten aus der ganzen Stadt austauschen, zum Beispiel über Events. Je mehr Leute Shouts benutzen, desto lokaler die Kontakte. Das macht es interessant für Schüler, Studenten, Familien, Reisegruppen. Jan Beuck hat mit seinen Gründerkollegen Martin Jässing und Thorsten Rohmann weitere erfahrene Unternehmer an Bord. Zusammen wollen sie Shouts zum nächsten 'Big Thing' in der Messaging-Branche zu machen.

Zur Person
  • Copyright:
    Jan Beuck, 36, gründete die Online-Spiele-Firma Playa Games. Mit Shouts will er jetzt Whats App & Co. Konkurrenz machen.

SAAL ZWEI: Herr Beuck, wie kamen Sie auf die Idee, einen deutschen Messaging-Dienst auf den Markt zu bringen?

Jan Beuck: Weil es an der Zeit ist. Lokal ist der Trend. Wir wollen wissen, was unsere Nachbarn bewegt, was in unsererem Kiez passiert. Dieses Bedürfnis können weder Facebook Börsen-Chart zeigen, Instagram, WhatsApp oder Twitter wirklich bedienen. Und: Die bekannten sozialen Netzwerke sind aus der Perspektive vieler junger User von Konzernen in Beschlag genommen. Twitter ist für User nur schwierig zu individualisieren. Man folgt dort nur Menschen, deren Meinung man zuvor auch schon selber vertrat. Facebook ist für junge Menschen inzwischen uninteressant, weil ihre Eltern einen Account haben. Die Gefahr der bekannten Dienste: Man bewegt sich stets in der gleichen sozialen Umgebung - ohne Neues zu entdecken. Und das, was man doch entdeckt, ist oft so weit weg, dass es einen nicht betrifft.

SAAL ZWEI: Reine Messaging-Dienste wie WhatsApp gibt es aber bereits. Warum also noch einen launchen?

Jan Beuck: Shouts ist ein digitaler Ruf in die Umgebung. Deshalb ist es das perfekte Kommunikationsinstrument überall dort, wo junge Leute mit gleichen oder ähnlichen Interessen zusammenkommen: in der Schule, an der Uni, am Arbeitsplatz, auf Festivals oder in Stadien. Ein Künstler ruft seinen Fans zu, dass er gleich auf die Bühne kommt, ein Fußballer shoutet, dass er in einer Stunde Autogramme gibt, ein Student 'fragt' auf dem Campus, wann die nächste Klausur ansteht, ein Schüler informiert seine Freunde, dass der Mathe-Unterricht heute ausfällt. Es gibt unzählige Gelegenheiten, seiner Umgebung etwas mitzuteilen. Ein Beispiel: Wenn Ihre Katze entlaufen ist. Was machen Sie? Sie sprechen mit Nachbarn und hängen Zettel an Bäume. Das kann Shouts jetzt digital: Sie posten ein Bild ihrer Katze und alle User in ihrem Viertel erhalten die Information, dass sie vermisst wird. Der Finder kann mit Ihnen Kontakt aufnehmen, ohne dass Sie Ihre Telefonnummer an jeden Baum schreiben müssen.

SAAL ZWEI: Brauchen wir das wirklich?

Jan Beuck: Dass man etwas braucht, merkt man oft erst, wenn man sich daran gewöhnt hat und es dann einmal kurz nicht funktioniert. Ende der 1990-er Jahre hielten wir sogar Handys für Schnickschnack. Shouts ist einfach zu benutzen und gerade dadurch sehr vielseitig. Unzählige Verknüpfungen sind möglich. Auch der Einzelhandel erhält ein neues Kommunikationsinstrument für sein digitales Marketing am 'Point of Sale'. Langfristig können Unternehmen den Messaging-Dienst nutzen, um Konsumenten in der Nähe eines Shops, Cafés, Restaurants oder Hotels über neue Produkte oder Sonderangebote zu informieren. Geolocation-basierte Werbung ist das Plakat der Zukunft. Auch für die Reisebranche sind Dienste möglich. So können Stadtführungen digital geleitet werden. Regionen können Attraktionen, Veranstaltungen, Termine via Shouts direkt an ihre Besucher schicken. Zielgruppengenauer geht es eigentlich fast nicht mehr.

SAAL ZWEI: Sie haben sich viel vorgenommen. Woher kommt das große Selbstvertrauen?

Jan Beuck: Wir haben durch unsere Arbeit für unser 2009 gegründetes Unternehmen, die Onlinespiele-Firma Playa Games, einen guten Einblick in die Community. Über 60 Millionen User in 30 Ländern betreuen wir dort bereits. Wir wissen, was derzeit auf dem Markt kritisiert wird. Fehlende Datensicherheit ist ein großes Thema. Shouts läuft ausschließlich über deutsche Server, die dem deutschen Datenschutzgesetz verpflichtet sind. Und im Gegensatz zu Whats App braucht man bei Shouts keine persönlichen Daten preisgeben. Wir freuen uns riesig über unseren Traumstart. Wenn das so weitergeht, müssen sich die etablierten Anbieter warm anziehen.


Dieses Interview wurde bei SAAL ZWEI veröffentlicht, einem Online-Business-Magazin für Frauen. Es erscheint jede Woche Mittwoch - und kann kostenlos unter www.saalzwei.de/online-magazin-gratis-bestellenabonniert werden.

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