Mittwoch, 22. Mai 2019

Roboterspezialist Maschinenbauer Voith steigt groß bei Kuka ein

Flinker Roboter von Kuka: Der Maschinenbauer hat einen neuen Großaktionär

Beim Roboter- und Anlagenbauer Kuka hat der Großaktionär gewechselt: Der Technologiekonzern Voith hat sich rund ein Viertel der Anteile gesichert. Der bisher größte Anteilseigner Grenzebach Maschinenbau steigt komplett aus.

Hamburg - Der Maschinenbauer Voith schnappt sich ein Viertel am Roboterhersteller Kuka. Der schwäbische Maschinenbauer Voith habe rund ein Viertel der Anteile erworben, die meisten davon vom bisherigen Großaktionär Grenzebach, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit. Grenzebach sei komplett ausgestiegen. Der Voith-Anteil ist gut eine halbe Milliarde Euro wert.

Voith denkt nach eigenen Angaben derzeit nicht an eine Aufstockung seines Anteils am Augsburger Roboter-Spezialisten. "Wir sehen uns mit den 25,1 Prozent unseren Interessen entsprechend gut positioniert", sagte ein Sprecher in Heidenheim. Voith wolle sich mit dem Einstieg auf den verstärkten Trend zur Automatisierung des Anlagenbaus ("Industrie 4.0") vorbereiten. "Deshalb ist Kuka eine ideale Beteiligung." Voith sehe sich als strategischer Investor und unterstütze sowohl das Management als auch die Strategie von Kuka. "Wir wollen ein langfristiger Ankeraktionär sein."

Voith hatte dem bisherigen Großaktionäre Grenzebach dessen Beteiligung an Kuka abgekauft und hält nun 24,09 Prozent. Einer über eine Kaufoption bereits vereinbarten Aufstockung auf 25,1 Prozent müsse noch das Bundeskartellamt zustimmen, sagte der Voith-Sprecher. Kuka-Chef Till Reuter hieß Voith als "langfristig orientierten Großaktionär" willkommen. "Das ist eine gute Nachricht auch für unsere Mitarbeiter, denn dieser neue Ankeraktionär gibt uns eine stabile Basis für weiteres Wachstum", erklärte er. Börsianer reagierten skeptisch: Nach einer Achterbahnfahrt notierten die Kuka-Aktien im Minus.

Grenzebach war Ende 2008 bei Kuka eingestiegen und hatte dort für Wirbel gesorgt. Die Familienfirma aus Hamlar bei Donauwörth hatte auf einen Strategieschwenk gepocht und die Führungsspitze ausgetauscht. Der Vertraute Till Reuter übernahm den Chefsessel bei Kuka, erreichte aber ebenfalls nicht die geforderte stärkere Unabhängigkeit von der Autoindustrie. Zuletzt hatte Grenzebach noch für Aufsehen gesorgt als Kuka ankündigte, die Schweizer Swisslog komplett zu übernehmen, bei der Grenzebach ebenfalls Großaktionär ist. Die Übernahmeofferte für das Logistikunternehmen läuft noch bis Freitag.

cr/rtr/dpa-afx

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