Mittwoch, 13. November 2019

4,5 Milliarden Dollar Abschreibungen auf E-Zigarettenfirma Juul wird für den Marlboro-Konzern zum Milliarden-Debakel

Höchst umstritten: E-Zigaretten von Juul. Sie sollen vor allem unter Teenagern weit verbreitet sein.

Der Einstieg bei der umstrittenen E-Zigarettenfirma Juul wird für den US-Tabakriesen Altria (Marlboro) zum Debakel. Der Konzern teilte am Donnerstag mit, den Wert der Investition in seiner Bilanz um 4,5 Milliarden Dollar (4,0 Mrd Euro) nach unten korrigiert zu haben.

Mit der Abschreibung reagiert Altria auf die Krise bei dem Start-up, das wegen einer E-Zigaretten-Epidemie unter US-Teenagern und Todesfällen in Verbindung mit den Produkten in der Kritik steht.

Juul drohen Verkaufsverbote in den USA, Präsident Donald Trump kündigte bereits "sehr strenge" Vorschriften an. Zuletzt kam die Firma dem bereits mit weitreichenden eigenen Einschränkungen zuvor. Altria hatte im Dezember 12,8 Milliarden Dollar für eine 35-prozentige Beteiligung an Juul gezahlt. Der finanzielle Kraftakt war die größte Investition in der Geschichte des Marlboro-Konzerns.

Altria wollte sich damit für den voranschreitenden Bedeutungsverlust traditioneller Zigaretten rüsten. Das Unternehmen tut sich schwer, da das Hauptgeschäft schrumpft. Juul hingegen wuchs zeitweise rasant dank neuartiger E-Zigaretten, die an USB-Sticks erinnern und über die aromatisierter, nikotinhaltiger Dampf eingeatmet werden kann. Inzwischen sind die Produkte aber sehr umstritten und das Start-up steckt in der Krise.

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