Yahoo spricht von "glaubwürdiger Bedrohung" Security-Ausgaben für Marissa Mayer dramatisch erhöht

Von Christoph Rottwilm und Arne Gottschalck
Marissa Mayer: Als Führungskraft bei Yahoo umstritten - die Ausgaben für ihre Sicherheit wurden stark erhöht

Marissa Mayer: Als Führungskraft bei Yahoo umstritten - die Ausgaben für ihre Sicherheit wurden stark erhöht

Foto: Eric Risberg/ AP

Terror und Attentate beherrschen seit Jahren mehr und mehr das öffentliche Leben. Das geht auch an internationalen Großkonzernen nicht spurlos vorbei. Sie müssen ihr Führungspersonal schützen, insbesondere wenn es sich um Schlüsselfiguren handelt, die für das Schicksal eines Unternehmens eine entscheidende Rolle spielen. Und manchmal wird diese Summe deutlich aufgestockt. Zum Beispiel bei Marissa Mayer, Vorstand des Internet-Dinos Yahoo  .

Die Ausgaben für Mayers Sicherheit hat das Unternehmen jüngst fast verzwanzigfacht, berichtet "CNN money".  2014 zahlte das Unternehmen für die Sicherheit Mayers lediglich 23.000 Dollar, im vergangenen Jahr dagegen 544.061 Dollar. Eine notwendige Ausgabe, heißt es von Yahoo: Es habe eine "glaubwürdige Bedrohung" für ihre Sicherheit gegeben. Mit hohen Ausgaben für die Sicherheit der Chefs ist Yahoo nicht allein, wie folgender Überblick zeigt.

Alphabet - Safety first

Safety first: Eric Schmidt, einer der Männer hinter Alphabet

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Foto: DPA

Alphabet-Vorstand Eric Schmidt wurde im vergangenen Jahr für 303.142 Dollar persönlich abgesichert. Die Ausgaben für die Yahoo-Chefin waren damit deutlich höher als bei Schmidt - mit einer halben Million Dollar indes gehört Mayer noch lange nicht zum bestabgesicherten Führungspersonal der Welt.

Denn etliche Firmen geben sogar Millionenbeträge aus, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf Unternehmensangaben gegenüber der US-Finanzaufsicht SEC. Absoluter Spitzenreiter ist Facebook .

Top-Risiko bei Facebook

Zuckerberg beim Joggen in Berlin: Die Leibwächter laufen mit

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Foto: Paul Zinken/ dpa

Als Schlüsselfigur beim weltgrößten sozialen Netzwerk kommt Mark Zuckerberg bei Facebook besondere Bedeutung zu. Zudem ist er mit 47 Milliarden Dollar Vermögen einer der zehn reichsten Menschen der Welt. Kein Wunder also, dass sich Facebook seinen Schutz einiges kosten lässt.

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Zuckerberg, Cook, Bezos, Buffett: So viel geben US-Konzerne für die Sicherheit ihrer Chefs aus

Foto: Manu Fernandez/ AP

Offiziellen Unterlagen zufolge gab das Unternehmen im vergangenen Jahr 4,26 Millionen Dollar für die Sicherheit seines Gründers und Chefs aus. Laut Bloomberg ist das der höchste Wert unter allen Firmen im US-Aktienindex S&P 500. Zusammen mit 5,6 Millionen Dollar für 2014 und 2,65 Millionen im Jahr 2013 kommt Facebook damit auf Security-Kosten für den CEO von 12,5 Millionen Dollar in drei Jahren.

Sind Bezos, Cook und Buffett weniger gefährdet?

Andere Großunternehmen sind bei der Sicherheit ihrer Topleute etwas weniger spendabel. Der Software-Konzern Oracle etwa zahlte für den Schutz seines Chefs Larry Ellison im vergangenen Jahr 1,53 Millionen Dollar.

Online-Händler Amazon  gab für den Schutz von Leben und Gesundheit des Gründers und CEOs Jeff Bezos 1,6 Millionen Dollar aus. Investmentlegende Warren Buffett, der sich am kommenden Wochenende wieder zum alljährlichen Großmeeting mit den Aktionären seiner Holding Berkshire Hathaway in Omaha trifft, schlug als Objekt von Schutz und Bewachung gar nur mit 370.000 Dollar zu Buche, so Bloomberg. Noch günstiger ist die Security von Apple-Chef Tim Cook, die sich der iPhone-Hersteller 2015 lediglich rund 209.000 Dollar kosten ließ.

Facebooks Sicherheitschef war früher bei Obama

Apple schätzt das Risiko offenbar geringer ein als Facebook. Zuckerbergs Netzwerk beschäftigt laut Bloomberg ein Security-Team, das von einem Ex-Secret-Service-Mann geleitet wird. Der habe auch schon US-Präsident Barack Obama bewacht, heißt es.

Die Kosten für eine Rund-Um-Die-Uhr-Bewachung sind hoch. Einem Experten zufolge muss pro Bodyguard eine Summe von mindestens 80.000 Dollar im Jahr einkalkuliert werden. Doch die jüngsten Terroranschläge in Paris, Brüssel und San Bernardino, Kalifornien, haben die Unternehmen vermutlich zusätzlich sensibilisiert.

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