Montag, 17. Februar 2020

Maersk-Gewinn bricht drastisch ein Dänemarks Stolz in schweren Turbulenzen

Auf dem Weg nach Asien: Der Container-Riese Maersk muss im ersten Halbjahr einen drastischen Gewinneinbruch hinnehmen und will tausende Stellen streichen. Die Branche leidet seit Jahren an fallenden Frachtraten und Überkapazitäten

"Das Ergebnis ist unbefriedigend", sagt der neue Chef der weltgrößten Container-Reederei, A.P. Maersk-Gruppe, Søren Skou. Das kann man wohl sagen. Denn der Gewinneinbruch der weltgrößten Container-Reederei ist massiv und auch die Umsätze gingen im zweiten Quartal deutlich zurück.

Vor allem fallende Frachtraten und niedrige Preise haben den Gewinn des Reederei- und Ölriesen im zweiten Quartal massiv einbrechen lassen. Das dänische Unternehmen verdiente unter dem Strich 134 Millionen US-Dollar (rund 120 Millionen Euro) im Vergleich zu knapp 1,1 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal.

Der Umsatz sank von etwa 10,5 auf etwas mehr als 8,8 Milliarden US-Dollar (knapp 8 Millarden Euro). Um die Entwicklung abzufedern, hat das Unternehmen vor allem in den Geschäftsbereichen Schifffahrt und Öl stark gespart.

In der Sparte Maersk Line sollen 4000 Stellen wegfallen

Møller-Maersk ist die weltweit größte Container-Reederei und steht für rund 15 Prozent der gesamten weltweiten Containertransporte. Der Reederei machen wie Hapag-Lloyd nicht nur die geringen Frachtraten und niedrigen Preise zu schaffen, sondern auch die große Zahl der Mitbewerber.

Im zweiten Quartal schrieb der Unternehmensbereich Maersk Line, das größte Standbein des Unternehmens, Verluste von 151 Millionen US-Dollar (135 Millionen Euro). Bis Ende 2017 wollen die Dänen hier 4000 der etwa 23.000 Stellen streichen. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 88.300 Mitarbeiter.

Für das dritte Quartal kündigte Skou, der den bisherigen Maersk-Chef Nils Smedegaard Andersen im Juli ersetzt hatte, außerdem eine "strategische Überprüfung des Unternehmens" an, um die Gruppe wieder auf Kurs zu bringen.

Für das gesamte Jahr 2016 erwartet Dänemarks größtes Unternehmen ein Ergebnis deutlich unter dem von 2015. Zu dem Konzern gehören neben der Containerschifffahrt, die Öl- und Gasförderung und Logistik.

In dieser Woche hatte bereits Deutschlands größte Containerreederei Hapag Lloyd schwache Zahlen melden müssen und steuert mit einem Halbjahresverlust auf die Fusion mit dem arabischen Rivalen UASC zu. Das Hamburger Unternehmen verbuchte in der ersten Jahreshälfte einen Betriebsverlust (Ebit) von 39,7 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor konnten die Hanseaten noch ein Plus von fast 268 Millionen Euro verbuchen. Der Umsatz fiel um 19 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.

rei/dpa/Reuters

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