Dienstag, 23. April 2019

Schifffahrtskonzerne My Big Fat Danish Linienreederei

Maersk, CMA CGM, MSC: Cosco prescht voran - die größten Reedereien der Welt
DPA

Nach mehreren Jahren Schifffahrtskrise trennt sich die Spreu vom Weizen: Während viele kleine Reedereien weiter in Schwierigkeiten sind, profitieren die Marktriesen von Skalenvorteilen. Eine Analyse zeigt: Hapag-Lloyd wird es auch nach der Fusion mit CSAV schwer haben.  

Hamburg - Die weltweite Schifffahrtskrise hat schon viele Unternehmen der maritimen Wirtschaft in Schwierigkeiten gebracht. Die Hamburgische Reederei Hapag Lloyd etwa sah sich nicht zuletzt durch den Druck des Marktes gezwungen, mit der chilenischen CSAV zu fusionieren. So entsteht die viertgrößte Linienreederei der Welt, die - so die Hoffnung - im harten Wettbewerb um sinkende Kosten und höhere Kapazitätsauslastung besser bestehen können soll.

Wie wichtig Größe in dem Markt tatsächlich ist, zeigt eine Grafik, die der Branchendienst "Alphaliner" veröffentlicht hat (siehe linke Spalte). Darin wurde die Gewinnmarge der großen, weltweit agierenden Linienreedereien zu den Umsätzen der Unternehmen in Relation gesetzt.

Das Ergebnis: Die Marktriesen, die dänische Maersk-Gruppe sowie die französische CMA CGM, erreichten im ersten Quartal im gesamten Markt die höchsten Gewinnmargen. Tatsächlich gelang es laut "Alphaliner" überhaupt nur vier von 17 Unternehmen, in die Gewinnzone zu kommen.

Vor allem die weltgrößte Reedereigruppe Maersk sticht aus dem Markt heraus. Laut "Alphaliner" erreichte der Konzern im ersten Quartal 2014 eine operative Gewinnmarge von 6,4 Prozent. Zum Vergleich: Der zweitplatzierte CMA CGM kam lediglich auf 4,7 Prozent. Und im Durchschnitt der gesamten 17er-Gruppe liegt die Gewinnmarge nach Angaben des Branchendienstes mit minus 2,6 Prozent sogar im negativen Bereich.

Frachtraten im Sinkflug

Wie wichtig Größenvorteile in der Handelsschifffahrt inzwischen sind, betonte Maersk auch bei einem der seltenen Pressegespräche des Unternehmens vor wenigen Tagen in Hamburg. Insgesamt machten die Linienreedereien im Jahr 2013 einen Verlust von zusammen 1,5 Milliarden Dollar, sagte Jens-Ole Krenzien, Geschäftsführer Maersk Deutschland. Die Schifffahrtsbranche habe über mehrere Jahre Shareholder-Value vernichtet, die finanziellen Ergebnisse seien zuletzt nicht mehr nachhaltig gewesen.

Nach Angaben Maersks führten vor allem Überkapazitäten am Markt zu dem stetigen Verfall der Frachtraten, der in den vergangenen Jahren zu beobachten war. So sanken die Raten im Schnitt der vergangenen fünf Jahre laut Maersk um 4,6 Prozent. Im Schnitt des Jahres 2013 betrug das Minus sogar 5,1 Prozent.

Wenngleich mit einer nachhaltigen Erholung der Raten so bald kaum zu rechnen sei, blickt Maersk jedoch verhalten optimistisch in die Zukunft. Grund ist die bereits begonnene Optimierung der Kapazitätsauslastung, die auch künftig weiter verbessert werden und für steigende Ergebnisse sorgen soll.

Zudem setzt Maersk Hoffnungen auf das Bündnis "P3". In dem Netzwerk, dessen Start laut Krenzien im Herbst dieses Jahres erfolgen soll, wollen die Dänen auf den Ost-West-Routen zwischen Asien, Europa und Amerika ihre Kräfte mit den Konkurrenten CMA CGM sowie MSC bündeln. Etwa 42 Prozent der Transportkapazität von Maersk falle künftig unter die "P3"-Kooperation, so Krenzien.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung