Sonntag, 15. Dezember 2019

Offenbar milliardenschwere Offerte Luxus-Riese LVMH greift nach Edel-Juwelier Tiffany

Tiffany in Zürich

Der französische Luxusgüter-Hersteller LVMH mit so bekannten Marken wie Fendi, Christian Dior oder Givenchy will den amerikanischen Edel-Juwelier Tiffany übernehmen. LVMH sei mit einer Kaufofferte an Tiffany herangetreten. Das Angebot sei vorläufig und nicht-bindend, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider in der Nacht zu Sonntag.

Tiffany ist an der Börse derzeit rund 12 Milliarden Dollar wert. LVMH Börsen-Chart zeigen bringt es auf eine Marktkapitalisierung von etwa 215 Milliarden Dollar. Die Aktien der beiden Unternehmen sind in diesem Jahr bereits kräftig gestiegen.

Dem Bericht zufolge soll Tiffany bereits Berater engagiert haben, die das Gebot des französischen Konzerns prüfen. Details zu der Offerte wurden nicht bekannt. Beide Unternehmen äußerten sich zu dem Bericht nicht.

Ein Deal würde das Konglomerat weiter diversifizieren. Die mögliche Übernahme von Tiffany wäre die größte, die LVMH jemals getätigt hat und noch jene 7 Milliarden Dollar übersteigen, die LVMH im Jahr 2017 für den Erwerb der restlichen Anteile von Christian Dior bezahlt hatte.

LVMH mit Sitz in Paris wird von der Familie Arnault kontrolliert und von Bernard Arnault, Frankreichs reichstem Mann, geführt. Bernard Arnault (70) hatte im Sommer zumindest vorübergehend Bill Gates als zweitreichsten Menschen der Welt abgelöst.


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Tiffany hat seinen Sitz in New York und ist bekannt für seine teuren Diamant-Verlobungsringe. Tiffany zählt weltweit mehr als 300 Geschäfte.

Zwar erwirtschaftet LVMH insbesondere dank der Nachfrage reicher Chinesen einen Großteil seiner Umsätze in Asien, will aber wegen der bestehenden Handelskonflikte und der anhaltenden Unruhen in Honkong sein Geschäft in den USA ausdehnen. So wurde Anfang des Monats öffentlichkeitswirksam im Beisein von Präsident Donald Trump und seiner Tochter Ivanka eine neue Louis Vuitton-Fabrik in Texas eröffnet.

Dabei wuchs LVMH zuletzt schneller als Experten es dem Konzern zugetraut haben. Im dritten Quartal lag der Umsatz bei 13,32 Milliarden Euro, Analysten hatten im Schnitt 440 Millionen Euro weniger erwartet. Organisch steigerte LVMH seinen Umsatz im Quartal um 11 Prozent, teilte der Konzern Anfang Oktober mit.

LVMH will in den USA wachsen

LVMH gilt seit Jahren als Top-Performer im Luxus-Segment, bei dem allerdings nicht alle Marken gleichermaßen profitieren. So zeigten laut Bloomberg die Neunmonatszahlen von LVMH auch, dass LVMH in der Uhren- und Schmucksparte langsamer wächst als in allen anderen Bereichen des Konglomerats.

Auch ist LVMH trotz seiner Marke Bulgari im Segment Schmuck keineswegs so dominant. Hier sorgt der Rivale Richemont SA mit Cartier sowie Van Cleef & Arpels für Konkurrenz. Die Übernahme von Tiffany würde das Schmucksegment von LVMH stärken und die Angebotspalette auch preislich deutlich erweitern.

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