Zoff am Frankfurter Flughafen Lufthansa-Chef - "Wir zahlen nicht mehr als Ryanair"

Am Frankfurter Flughafen bahnt sich ein heftiger Streit um die Flug- und Landegebühren an. Der größte Kunde Lufthansa verlangt die selben Rabatte, die der Betreiber Fraport dem Neukunden Ryanair gewähren will. Lufthansa werde nicht mehr zahlen als Ryanair, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwoch. So könnten 200 bis 300 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden.

Er könne sich nicht vorstellen, dass das hessische Verkehrsministerium als Aufsicht unterschiedliche Gebühren genehmigen werde, fügte Spohr hinzu. Anderenfalls werde Lufthansa nur die niedrigeren Ryanair-Gebühren überweisen.

Die Lufthansa könnte außerdem dem Beispiel von Billigflieger Ryanair folgen und ihre eigene Low-Budget-Tochter Eurowings ebenfalls vom Flughafen Frankfurt aus starten lassen. "Wenn wir Eurowings nach Frankfurt bringen müssen, dann werden wir das tun", sagte Spohr. Er beobachte ein mögliches Ryanair-Engagement in Frankfurt mit großem Interesse.

Der irische Billigflug-Marktführer, der bisher vor allem deutsche Regionalflughäfen anfliegt, will Insidern zufolge wohl ab dem nächsten Sommer erstmals Flüge vom Airport Frankfurt aus anbieten. Der Flughafenbetreiber Fraport will damit seine Abhängigkeit vom Großkunden Lufthansa reduzieren, der 60 Prozent der Passagiere in Frankfurt stellt.

la/dpa/reuters