Samstag, 28. März 2020

Flugbegleiter-Gewerkschaft ruft zum Arbeitskampf Lufthansa will 48-Stunden-Streik per einstweiliger Verfügung stoppen

Gewerkschaft Ufo: Die Lufthansa wird am Donnerstag und Freitag bestreikt
Oliver Berg/ DPA
Gewerkschaft Ufo: Die Lufthansa wird am Donnerstag und Freitag bestreikt

Die Lufthansa Börsen-Chart zeigen will den geplanten 48-Stunden-Streik ihrer Flugbegleiter mit juristischen Mitteln stoppen. Man habe beim Arbeitsgericht Frankfurt eine einstweilige Verfügung beantragt, erklärte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Das Gericht muss nun kursorisch prüfen, ob die Gewerkschaft mit ihrem für Donnerstag und Freitag angekündigten Arbeitskampf legale tarifliche Ziele verfolgt. Ob die Sache noch am Dienstag verhandelt wird, blieb zunächst unklar.

Setzt sich die Lufthansa mit ihrer Verfügung vor dem Arbeitsgericht nicht durch, müssen Passagiere der Lufthansa am Donnerstag und Freitag (7. und 8. November) mit Streiks rechnen. Betroffen seien alle Abflüge aus Deutschland, hatte die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo am Montag in Frankfurt mitgeteilt.

Weitere Aufrufe bei anderen deutschen Flugbetrieben des Konzerns seien jederzeit möglich. Erneut werde der gesamte Konzern betroffen sein, kündigte der Ufo-Vize Daniel Flohr an. Grundsätzlich sind Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft ebenso möglich wie bei vier weiteren Flugbetrieben mit deutschem Tarifrecht. Die Töchter sind für die Lufthansa selbst, die Eurowings und die SunExpress unterwegs.

Lufthansa lehnt Verhandlungen mit Ufo ab

Für alle fünf Flugbetriebe hat die Ufo jeweils separate Tarifforderungen aufgestellt und sich in Urabstimmungen die Zustimmung der Mitglieder zu Streiks geholt. Die Zustimmung lag nach gewerkschaftlichen Angaben vom Freitag zwischen 77,5 und 96,2 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Lufthansa erkennt den noch am Freitag bestätigten Gewerkschaftsvorstand nicht als vertretungsberechtigt an und lehnt Verhandlungen mit der Ufo seit Monaten ab. Die DGB-Gewerkschaft Verdi stünde als Alternative zu Verfügung, hatte aber in der Vergangenheit nicht die Mehrheit der Beschäftigten hinter sich.

In der Auseinandersetzung hatte Ufo bereits am 20. Oktober einen 19-stündigen Warnstreik bei vier Lufthansa-Tochtergesellschaften veranstaltet und dabei mehr als 100 Flüge ausfallen lassen. Der letzte reguläre Ufo-Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft datiert aus dem Jahr 2015.

Die Ufo hat erhebliche innergewerkschaftliche Auseinandersetzungen hinter sich. Nach gegenseitigen Untreue-Vorwürfen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sind aus dem einst siebenköpfigen Vorstand nur noch die Vorsitzende Sylvia de la Cruz und ihr Stellvertreter Daniel Flohr übrig. Die Neuwahl der Gewerkschaftsspitze soll zum 14. Februar stattfinden. Der langjährige Ufo-Chef Nicoley Baublies fungiert nach seiner Entlassung aus Lufthansa-Diensten als Pressesprecher der Gewerkschaft

la/dpa-afx

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