Donnerstag, 20. Juni 2019

Milliardenplus dank Rentendeal Lufthansa: plötzlich wieder obenauf

Kleiner Gag zum Oktoberfest: Lufthansa-Personal Mitte September vor dem Flug von München nach Toronto.

Die Lufthansa hat 2016 trotz Pilotenstreik und Terrorangst erneut einen Rekordgewinn erzielt. Dank eines Sondereffekts bei den Betriebsrenten blieb unter dem Strich mit 1,8 Milliarden Euro fast fünf Prozent mehr Gewinn übrig als ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in München berichtete.

Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) ging jedoch um rund 4 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro zurück und war damit etwa so hoch wie von Analysten erwartet. Die Dividende soll mit 50 Cent genauso hoch ausfallen wie im Vorjahr.

Fallende Ticketpreise und steigende Spritkosten dürften das operative Ergebnis 2017 erneut leicht sinken lassen, kündigte der Vorstand um Lufthansa-Chef Carsten Spohr an. Schon 2016 war auch der Umsatz des Konzerns leicht um 1,2 Prozent auf 31,7 Milliarden Euro gesunken.

Ein wichtiger positiver Sondereffekt von 652 Millionen Euro war im vergangenen Jahr die Entlastung bei den Betriebsrenten der Flugbegleiter, die nur noch Festbeiträge erhalten statt einer garantierten Rentenhöhe. Das am Mittwoch verabredete Abkommen mit den Piloten soll im laufenden Geschäftsjahr einen ähnlichen Einmaleffekt in hoher dreistelliger Millionenhöhe bringen, sagte Finanzvorstand Ulrik Svensson.

Der von mehreren Seiten in Bedrängnis gebrachte Konzern ist auf dem Weg, einige seiner größten Probleme zu lösen. Die großen Tarifkonflikte sind beigelegt und entlasten die Bilanz. Mit der Billigflugtochter Eurowings antwortet die Lufthansa auf enteilende Wettbewerber wie Ryanair. Und auch die bisher gefürchteten staatlich gestützten Airlines vom Persischen Golf zeigen Schwäche (mehr dazu lesen Sie in manager magazin 3/2017), Etihad aus Abu Dhabi hat sich sogar auf eine Partnerschaft eingelassen.

ak/dpa-afx

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