Mehr Gehalt Lufthansa-Piloten stimmen für Streik - außer Ostern

Sie gehören zu den bestbezahlten Beschäftigten in Deutschland - und zu den streikfreudigsten. Da die Lufthansa alte Privilegien wie die betriebsinterne Frührente in Frage stellt, stimmen die Lufthansa-Piloten geschlossen für Streik. Die Oster-Feiertage sollen jedoch nicht betroffen sein.
Piloten ist nichts verboten: Die Bezüge der Lufthansa-Flugzeuglenker sind bereits üppig. Doch es darf noch ein bisschen mehr sein

Piloten ist nichts verboten: Die Bezüge der Lufthansa-Flugzeuglenker sind bereits üppig. Doch es darf noch ein bisschen mehr sein

Foto: Boris Roessler/ dpa

Frankfurt am Main - Der Lufthansa droht erneut ein Streik-Chaos: Die Piloten der Airline haben in einer Urabstimmung mit einer großen Mehrheit für einen Streik votiert. Die Zustimmung der Mitglieder für einen Arbeitsausstand habe bei 99 Prozent gelegten, teilte die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Freitag in Frankfurt mit.

"Die Lufthansa muss ab sofort mit befristeten oder unbefristeten Streiks rechnen", sagte VC-Vorstandsmitglied Ilona Ritter. Jede Arbeitsniederlegung werde mindestens 48 Stunden vorher angekündigt. Entwarnung gab es für Ostern - an den reisestarken Feiertagen werde nicht gestreikt.

Die Piloten verstärken damit den Druck im Tarifkonflikt mit der Kranich-Fluglinie. Sie kämpfen für die Beibehaltung einer betriebsinternen Frührente. Die Lufthansa hat die entsprechende Vereinbarung bereits gekündigt.

Zudem fordern die Flugzeugführer mehr Geld. Ihre Durchschlagskraft hatten die Cockpit-Angestellten zuletzt 2010 unter Beweis gestellt. Folge war ein spektakulärer Ein-Tagesstreik, bei dem 1000 Flüge ausfielen.

Die Gehälter der Piloten liegen bereits deutlich über dem Durchschnittseinkommen in Deutschland: Ein Berufsanfänger steigt mit einem Jahresgehalt von 73.000 Euro ein, für einen erfahrenen Flugkapitän sind am Ende Gehälter von rund 250.000 Euro pro Jahr möglich. Hinzu kommen Sonderleistungen: Allein für die zusätzliche Altersversorgung von Piloten und Kabinenpersonal hat die Lufthansa  rund 1,6 Milliarden Euro zurückgelegt, für die Übergangsversorgung der Piloten sind es weitere 1,2 Milliarden Euro.

la/reuters
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