Neue Marktmacht im Asien-Luftverkehr Warum Lufthansa Air China braucht

Koordinationsbedarf: Lufthansa arbeitet künftig eng mit Air China zusammen.

Koordinationsbedarf: Lufthansa arbeitet künftig eng mit Air China zusammen.

Foto: © Ralph Orlowski / Reuters/ REUTERS

Die Lufthansa besiegelt nach zwei Jahren Verhandlungen eine weitreichende Zusammenarbeit mit Air China. Beide Fluggesellschaften haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, teilten die Lufthansa und Air China am Dienstag in Peking mit. Das Geschäft, mit dem die Lufthansa ihre Präsenz auf dem zweitgrößten Flugmarkt der Welt ausbaut, solle im Sommer 2017 den Betrieb aufnehmen und auch die Lufthansa-Töchter Austrian Airlines und Swiss umfassen. Die Abmachung beinhalte Strecken zwischen China und Lufthansa-Drehkreuzen wie Frankfurt, Wien und Zürich.

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Für die Lufthansa ist der Schulterschluss ein Weg, um der harten Konkurrenz durch schnell wachsende Fluglinien aus dem Nahen Osten wie Emirates zu entkommen. Air China erschließt sich mit dem Deal neue Märkte in Europa. Die drittgrößte Fluglinie im Reich der Mitte versucht derzeit, den Rückstand zu den Marktführern China Southern Airlines und China Eastern zu verkürzen. Bei Gemeinschaftsunternehmen in der Branche teilen sich die Fluglinien auf bestimmten Strecken Verbindungen und Umsätze. Das hat den Vorteil, dass die Airlines mehr Flüge anbieten können und damit insbesondere zahlungskräftige Geschäftskunden ansprechen.

Für die Lufthansa ist es nicht das erste Abkommen dieser Art. Ähnliche Vereinbarungen schloss die größte deutsche Fluglinie mit Singapore Airlines sowie für den nordamerikanischen Markt mit United Airlines und Air Canada. Mit All Nippon Airways (ANA) betreiben die Deutschen ein Joint-Venture für Japan-Flüge. Mit diesen Fluglinien arbeitet die Lufthansa ebenfalls in der Star Alliance zusammen. Die Kooperation in solchen Bündnissen ist wesentlich lockerer als in einem Joint Venture und beschränkt sich auf ein gemeinsames Marketing und Flugangebot.

Der Lufthansa-Aktie verlieh die China-Vereinbarung jedoch keinen Auftrieb - sie sank um gut ein Prozent auf 10,26 Euro. Grund dafür waren in erster Linie pessimistische Aussagen des Rivalen Air France. Wegen der Anschläge in Frankreich und Streiks sei zu erwarten, dass die Buchungen bis Ende des Jahres um fünf Prozent bis zehn Prozent zurückgehen werden, sagte Jean-Marc Janaillac, Chef der Muttergesellschaft Air France/KLM. Vor allem Passagiere aus China, Japan und Amerika mieden Europa derzeit. Von Juni bis August waren die Buchungszahlen bereits um fünf Prozent gesunken.

Reuters, soc

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