Keine Einigung bei Schlichtung Neuer Streik bei Eurowings wahrscheinlich

Im anhaltenden Tarifstreit ist bei der Lufthansa-Tochter Eurowings ein weiterer Versuch gescheitert, in eine Schlichtung zu kommen. Ein Streik wird damit immer wahrscheinlicher.
Streikende Kabinenbesatzung bei den Lufthansa-Töchtern: Bei Eurowings könnten streikende Mitarbeiter diese Woche zeitweilig wieder den Flugbetrieb zum Erliegen bringen

Streikende Kabinenbesatzung bei den Lufthansa-Töchtern: Bei Eurowings könnten streikende Mitarbeiter diese Woche zeitweilig wieder den Flugbetrieb zum Erliegen bringen

Foto: WOLFGANG RATTAY/ REUTERS

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo hat nach Angaben der Lufthansa-Billigtochter Eurowings ein Angebot zur Schlichtung der offenen Tarifvertragsthemen nicht angenommen. Damit sei mehr denn je offensichtlich, dass die Gewerkschaft weder eine Lösung auf dem Verhandlungsweg noch eine Lösung über eine Schlichtung der offenen Tarifvertragsthemen erreichen wolle, sagte Jörg Beissel, Geschäftsführer Personal von Eurowings, am späten Sonntagabend.

"Offenbar verfolgt die Ufo ganz andere, gewerkschaftspolitisch motivierte Ziele, die mit den offenen Tarifvertragsthemen nichts zu tun haben", erklärte Beissel.

Ein weiterer Streik bei Eurowings in der nächsten Woche wird damit wieder wahrscheinlicher. Ufo-Vorstand Nicoley Baublies hatte Vertreter der Fluggesellschaft zu der Gesprächsrunde am Sonntag eingeladen. "Damit geben wir unserem Tarifpartner die Möglichkeit, neue Streiks in der nächsten Woche abzuwenden", hatte der Gewerkschaftsführer erklärt. Ansonsten werde Ufo nächste Woche an zwei Tagen zu neuen Streiks aufrufen.

Die Gewerkschaft hatte bereits am vergangenen Donnerstag den Flugbetrieb bei Eurowings und Germanwings weitgehend lahmgelegt, 400 Flüge fielen aus. Der Tarifkonflikt zwischen Ufo und den Lufthansa-Billig-Airlines köchelt bereits seit drei Jahren. Im Kern geht es um die Regelungen zur Teilzeitarbeit bei Germanwings und um die Arbeitsbedingungen sowie den Lohn bei Eurowings.

Bei Eurowings ringt derzeit auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi um einen neuen Tarifvertrag. Hinter den Kulissen geht es beiden Gewerkschaften aber um mehr als nur Tarifverträge: Sie streiten sich, welche von beiden die 450 Flugbegleiter des Ryanair-Rivalen vertreten darf.

rei/Reuters
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