Nach Zwangspause durch Corona-Pandemie Lufthansa fliegt wieder nach China

Airport Shanghai: Vorerst nur zu dieser chinesischen Metropole und einmal pro Woche will die Lufthansa ihren Passagier-Linienflug-Betrieb wieder aufnehmen

Airport Shanghai: Vorerst nur zu dieser chinesischen Metropole und einmal pro Woche will die Lufthansa ihren Passagier-Linienflug-Betrieb wieder aufnehmen

Foto: DPA

Nach der Zwangspause wegen des Coronavirus-Ausbruchs nimmt der angeschlagene Lufthansa-Konzern wieder Linienflüge auf das chinesische Festland auf. Wie die Fluggesellschaft mitteilte, soll es ab Mittwoch (24. Juni) jeweils einmal pro Woche eine Verbindung von Frankfurt nach Shanghai geben. Ein weiterer Flug ist jeden Freitag von Shanghai nach Frankfurt angesetzt. Laut Lufthansa sind es die ersten regulären Flüge der Gruppe nach Festlandchina seit Ende Januar.

"Die Flüge zwischen Shanghai und Frankfurt sind hoffentlich nur die ersten von weiteren Lufthansa Group Verbindungen in den kommenden Wochen und Monaten zwischen Festlandchina und unseren Heimatmärkten Deutschland, Österreich und Schweiz", sagte Veli Polat, China-Vertriebschef der Lufthansa, laut Mitteilung.

Für Ausländer ist es weiterhin schwierig nach China einzureisen. Infolge des Coronavirus-Ausbruchs hatte die Volksrepublik Visa und Aufenthaltsgenehmigungen ausgesetzt. Einreisen sind derzeit nur mit Sondergenehmigungen möglich.

Kunden sollten laut Lufthansa bei der Planung ihrer Reise die aktuellen Einreise- und Quarantänevorschriften der jeweiligen Destinationen beachten. Während der gesamten Reise könne es aufgrund der verschärften Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu Einschränkungen kommen, beispielsweise durch längere Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen. Seit dem 8. Juni sind alle Fluggäste der Lufthansa verpflichtet, während der gesamten Reise eine Mund-Nasen-Bedeckung an Bord zu tragen.

Rettungsplan steht weiter auf der Kippe

Die angepeilte staatliche Rettung des Lufthansa -Konzerns in der Corona-Krise steht weiter auf der Kippe. Vor der außerordentlichen Hauptversammlung am Donnerstag blieb die Strategie des neuen Großaktionärs Heinz Hermann Thiele am Montag unklar. Auch in den fortgesetzten Verhandlungen mit den Gewerkschaften um Sparbeiträge der Beschäftigten zeichnete sich zunächst keine Einigung ab. Wegen der Unsicherheiten musste die Aktie des Dax -Absteigers an ihrem ersten Handelstag im MDax einen Abschlag von gut 3 Prozent hinnehmen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) verteidigte nach einem Gespräch mit Thiele das staatliche Rettungspaket erneut. Scholz sagte am Montag in Berlin am Rande eines Treffens mit seinem französischen Kollegen Bruno Le Maire, das Gespräch mit Thiele und Vorstandschef Carsten Spohr sei freundlich gewesen, "was gut ist". Ansonsten sei der Vorschlag, der auf der Hauptversammlung zur Abstimmung stehe, ein guter, sorgfältig abgewogener Vorschlag in Absprache mit dem Unternehmensvorstand, mit dem Aufsichtsrat als Aktionärsvertreter und mit der Europäischen Kommission.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte, über das Gespräch sei Vertraulichkeit vereinbart worden, das sei aktienrechtlich auch notwendig. Der Bund habe ein "gutes Konzept" erarbeitet, das dazu beitragen könne, viele zehntausend Arbeitsplätze zu erhalten. "Alles andere ist Sache der Hauptversammlung."

Der 79 Jahre alte Milliardär und Industrielle Thiele hatte sich in den vergangenen Monaten mehr als 15 Prozent der Lufthansa-Aktien gesichert und anschließend den angepeilten Staatseinfluss kritisiert. Da laut Spohr weniger als 38 Prozent der Stimmrechte bei der Hauptversammlung am Donnerstag vertreten sein werden, könnte Thiele allein die notwendige Zweidrittelmehrheit für den Staatseinstieg verhindern.

rei/dpa