Freitag, 19. April 2019

Airlines - Platzhirsche gegen Newcomer Wie Lufthansa und Air France oben bleiben

Scheinbar viel Platz am Himmel, doch der Markt ist hart umkämpft
Getty Images
Scheinbar viel Platz am Himmel, doch der Markt ist hart umkämpft

2. Teil: Vorsprung der arabischen Airlines schrumpft

Trotz einzelner Schwachpunkte gilt der Kranich-Konzern unter den etablierten Anbietern aber nach wie vor als führend. Keiner der europäischen oder amerikanischen Konkurrenten erhält so viele "Exzellent"-Bewertungen. Der frühere Hauptrivale British Airways Börsen-Chart zeigen kämpft nach dem Brexit-Votum mit dem niedrigen Pfund-Kurs und schafft es in der Gunst der Passagiere nur auf Rang 18.

Air France Börsen-Chart zeigen liegt mit Platz 21 noch dahinter, von den drei großen US-Airlines ist lediglich Delta unter den Top 20 - was auch daran liegt, dass die Amerikaner nur noch auf den Transatlantik routen eine Rolle spielen. Und auch dort setzen die Maßstäbe inzwischen Singapore und Emirates (siehe Ranking).

Einzig KLM schafft neben Lufthansa den Sprung in die Spitzengruppe - als King of Economy. Die Niederländer sind ausgerechnet dort erfolgreich, wo die Deutschen Punkte lassen. Rechnet man die Stimmen der Businesskunden heraus, kommt KLM auf Platz 1 des Gesamtrankings - vor Singapore und Emirates. "KLM ist ein typischer Economyclass-Flieger, darin waren sie immer schon gut", sagt Branchenkenner Wissel. Anders als bei Lufthansa hätten die Kunden keine exorbitanten Erwartungen - was die Umfrageergebnisse bestätigen: "Beim Buchungsprozess und bei der Pünktlichkeit erreicht KLM Spitzenwerte, die sich in einer hohen Weiterempfehlungsrate niederschlagen", sagt Studienleiter Toman.

René Steinhaus, Luftfahrtexperte bei A. T. Kearney, sieht gute Chancen, dass die Platzhirsche den Angreifern standhalten: "Die drei großen Verbünde um Lufthansa, British Airways und Air France-KLM haben zuletzt kräftig investiert, das heißt, der Produktvorteil der Herausforderer schrumpft." Zudem bieten die Europäer auf Langstrecken mehr Direktverbindungen an, es geht also ohne lästiges Umsteigen in Dubai, Abu Dhabi oder Istanbul. Und, vielleicht der wichtigste Pluspunkt: Die Lufthansa hat erkannt, dass sie nicht auf Dauer von ihrem Image zehren kann. "Der Kunde fragt heute nicht mehr, ob er mit einer Premium-Airline fliegt oder mit einem Low-Cost-Anbieter", sagt Lufthansa-Manager Winkelmann. "Am Ende zählt das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Und das liefern wir."

Das Gesamtranking der besten Airlines finden sie hier als PDF-Dokument.

Seite 2 von 2

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung