Donnerstag, 20. Juni 2019

Positiver Ausblick Lufthansa-Aktie schüttelt Quartalsverlust ab

Lufthansa-Maschine in Frankfurt: Hohe Treibstoffkosten sorgten für einen Quartalsverlust
Silas Stein/ DPA
Lufthansa-Maschine in Frankfurt: Hohe Treibstoffkosten sorgten für einen Quartalsverlust

Niedrigere Ticketpreise haben den Lufthansa-Konzern zu Jahresbeginn in die Verlustzone gedrückt. Neben den stark gestiegenen Kerosinkosten war der Preiskampf an Europas Himmel ein wichtiger Grund dafür, dass der Dax-Konzern am Montagabend einen überraschend hohen operativen Quartalsverlust von 336 Millionen Euro (bereinigtes Ebit) vorlegen musste. Vor einem Jahr hatte der Dax-Konzern in dem saisonal schwierigen Startquartal noch 52 Millionen Euro verdient. Mehr als die Hälfte der Differenz entfiel mit 202 Millionen Euro Mehrkosten auf den Kerosin-Posten.

Die Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen haben den Quartalsverlust überraschend schnell abgeschüttelt. Anfängliche Verluste von über 4 Prozent konnte das Papier im Verlauf des Vormittags eindämmen und schließlich sogar leicht ins Plus drehen. Zuletzt legte die Aktie in einem insgesamt positiven Marktumfeld 0,36 Prozent auf 22,16 Euro zu.

Vor einem Jahr hatte die Lufthansa noch zu den Hauptprofiteuren der Air-Berlin-Pleite gehört. Wegen des fehlenden Konkurrenz-Angebots konnten damals besonders hohe Durchschnittspreise durchgesetzt werden. In der Zwischenzeit wurde die Lücke von den verschiedenen Gesellschaften geschlossen und rasant zu einem Überangebot ausgebaut, was wiederum zu sinkenden Preisen geführt hat.

Bei den Netzwerk-Airlines des Konzerns - Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines - gingen die Durchschnittserlöse im ersten Quartal währungsbereinigt um 5,2 Prozent zurück. Bei der Billigtochter Eurowings, die vor allem auf den umkämpften Europastrecken unterwegs ist, belief sich der Rückgang sogar auf 8,5 Prozent.

Im zweiten Quartal ist Besserung in Sicht

Geht es nach dem Lufthansa-Vorstand, soll sich die Entwicklung jedoch schon im angelaufenen zweiten Quartal deutlich drehen. "Da sich das Wachstum im europäischen Luftverkehr auch insgesamt reduzieren wird, rechnen wir wieder mit einem Anstieg der Stückerlöse", sagte Finanzchef Ulrik Svensson. "Dazu trägt auch die weiterhin gute Nachfrage auf Langstreckenflügen insbesondere nach Nordamerika und Asien bei." Hier hat beispielsweise mit der isländischen "Wow Air" ein Preisbrecher Ende März den Flugbetrieb eingestellt.

Finanzchef Svensson will an seiner weit gefächerten Gewinnprognose für 2019 keine Abstriche machen. "Wir sehen für das kommende Quartal eine gute Buchungslage. Zugleich haben wir unser Wachstum deutlich reduziert." In den kommenden Monaten rechne er wieder mit einem Anstieg der Ticketpreise. Insgesamt will der Konzern sein Angebot in diesem Jahr nur noch um 3 Prozent ausbauen.

Die Prognose nennt eine bereinigte Ebit-Marge als Kennzahl, aus der sich beim bislang geplanten Umsatzplus von 5 Prozent ein operativer Gewinn zwischen 2,4 und 3,0 Milliarden Euro errechnen lässt. Damit würde die Lufthansa trotz mehr Flügen und höherer Erlöse eher weniger verdienen als 2018. Da hatte sie ein bereinigtes Ebit von 2,8 Milliarden Euro erreicht und ihren Rekord von knapp drei Milliarden Euro von 2017 um vier Prozent nur knapp verfehlt.

mg/dpa-afx

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