Leichter Rückschlag Munich Re dämpft Gewinnerwartung leicht

Das vergangene Jahr lief für Munich Re gut. Doch 2013 dürfte für den weltgrößten Rückversicherer schwieriger werden. Munich Re peilt 2013 einen Gewinn von drei Milliarden Euro an, um 200 Millionen weniger als zuletzt. Dennoch dürfen sich Aktionäre freuen.
Munich Re-Zentrale in München: Auch 2013 geht vorwärts, wenn auch mit geringerem Gewinn als zuletzt

Munich Re-Zentrale in München: Auch 2013 geht vorwärts, wenn auch mit geringerem Gewinn als zuletzt

Foto: Uwe Lein/ AP

München - Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re rechnet im laufenden Jahr nicht mit einer Wiederholung seines Erfolgs von 2012. "Für 2013 streben wir ein Ergebnis von annähernd drei Milliarden Euro an", sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard heute bei der Bilanzvorlage in München.

Dies wäre immer noch mehr als von Analysten zuletzt erwartet. Erst 2014 soll der Überschuss wieder steigen, heißt es nun im Geschäftsbericht. Im vergangenen Jahr hatte die Munich Re  dank geringer Katastrophenschäden und lukrativer Börsengeschäfte unter dem Strich 3,2 Milliarden Euro verdient. Die Aktionäre sollen mit einer auf sieben Euro erhöhten Dividende an dem Erfolg teilhaben, das sind um 75 Cent mehr als in den beiden Vorjahren. Damit schüttet die Munich Re so viel Geld an ihre Anteilseigner aus wie wie nie zuvor.

Während schwere Naturkatastrophen noch auf sich warten lassen, bremsen in diesem Jahr niedrige Zinsen und stagnierende Preise in der Rückversicherung die Gewinnentwicklung. Munich-Re-Finanzchef Jörg Schneider hatte die Erwartungen bereits im November gedämpft. Die Finanzkrise halte an, und für 2013 wäre er schon mit einem Ergebnis "satt über 2,5 Milliarden Euro" zufrieden, sagte er damals. Analysten vollziehen diese Aussage in ihren Schätzungen bereits nach.

Das Jahr 2012 konnte die Munich Re unterdessen überraschend profitabel abschließen. Obwohl Hurrikan "Sandy" die Münchener im vierten Quartal mit 800 Millionen Euro teurer als erwartet zu stehen kam, verdiente die Munich Re unterm Strich 3,2 Milliarden Euro, wie sie Anfang Februar mitteilte. Das war viereinhalb Mal so viel wie noch 2011, dem schwersten Katastrophenjahr aller Zeiten für die Versicherungsbranche. Analysten hatten nicht mit so viel Profit gerechnet.

Naturkatastrophen belasteten Rückversicherer weniger stark

Konkurrent Hannover Rück  hat seine Dividende ebenfalls auf einen neuen Spitzenwert heraufgeschraubt. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer hatte mit 857 Millionen Euro zudem einen neuen Rekordgewinn eingefahren. Allerdings rechnet auch die Hannover-Rück-Führung in diesem Jahr mit einem etwas niedrigeren Ergebnis.

Im abgelaufenen Jahr war die Branche bei Naturkatastrophen vergleichsweise glimpflich davongekommen. Die Münchener mussten 1,3 Milliarden Euro für Naturkastrophenschäden ausgeben. Im Vorjahr, als das Erdbeben und der Tsunami in Japan, die schweren Beben in Neuseeland und das Hochwasser in Thailand die Branche schwer getroffen hatten, mussten die Münchener mehr als dreimal so tief in die Tasche greifen.

Zugleich profitierte die Munich Re 2012 von lukrativeren Börsengeschäften. Nachdem der Schuldenschnitt für Griechenland im Vorjahr merkliche Spuren in der Bilanz hinterlassen hatte, sprang der Gewinn aus Kapitalanlagen nun um ein Viertel auf 8,4 Milliarden Euro. Teuer zu stehen kam das Unternehmen der Stellenabbau bei der Erstversicherungstochter Ergo. Die Umstrukturierung kostete im vergangenen Jahr 130 Millionen Euro, das zehrte am Gewinn der Sparte.

Bei der Vertragserneuerung in Schaden- und Unfall-Rückversicherung zum Jahreswechsel musste sich die Munich Re wie schon die Hannover Rück mit härterer Konkurrenz herumschlagen. Dabei trifft eine rückläufige Nachfrage der Erstversicherer auf ein gewachsenes Angebot an Rückversicherungsschutz. Zwar konnte die Munich Re das Preisniveau nach eigenen Angaben um 0,5 Prozent anheben. Allerdings verzichteten die Münchener dazu auf Geschäft. Das erneuerte Prämienvolumen ging um 1,5 Prozent auf gut neun Milliarden Euro zurück.

wed/dpa/rtr
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