Dienstag, 23. April 2019

Investor geht unter die Schiffbauer Lars Windhorst rettet Flensburger Werft

Lars Windhorst (Bild Archiv)
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Lars Windhorst (Bild Archiv)

Finanzinvestor Lars Windhorst (42) hat am Montag die Mehrheit an der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) übernommen und damit einen Liquiditätsengpass der Werft beendet. Nach Informationen von manager-magazin.de übernahm Windhorsts Sapinda Holding vom norwegischen Eigentümer Siem Europe 76 Prozent der Firmenanteile.

Außerdem stellte der in London und Berlin arbeitende Investor der Werft über eine Kapitalerhöhung 33 Millionen Euro zur Verfügung. Der Vorbesitzer beteiligte sich an der Rettung durch den Erlass von 10 Millionen Euro Schulden, die in neue Anteile umgewandelt wurden.

Der Flensburger Schiffbau gehörte seit 2014 zur Gruppe Siem Industries, die für die Öl- und Gasindustrie tätig ist. Im Januar hatte die Werft den rund 1800 Beschäftigten keine Gehälter zahlen können, bis der Mutterkonzern einsprang. Grund sind Verzögerungen beim Bau einer Fähre und dadurch anfallende Vertragsstrafen. Auch andere Rechnungen blieben offen, eine Bürgschaft des Landes Schleswig-Holstein war geplatzt.

Mit dem frischen Geld hat die FSG wieder gute Aussichten. Die Auftragsbücher sind voll. Bis 2021 sollen in Flensburg vier große Passagierfähren und drei Frachtfähren gebaut werden. Auftragsvolumen insgesamt: 1 Milliarde Euro.

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