Montag, 24. Februar 2020

Rauswurf aus Hertha-Aufsichtsrat Windhorst über Klinsmann - "Das kann man als Jugendlicher vielleicht machen"

Jürgen Klinsmann: "Das kann man als Jugendlicher vielleicht machen, aber im Geschäftsleben, wo man ernsthafte Vereinbarungen hat, sollte man das nicht machen", kommentierte Investor Lars Windhorst die Art und Weise von Klinsmanns Abgang
Britta Pedersen / DPA
Jürgen Klinsmann: "Das kann man als Jugendlicher vielleicht machen, aber im Geschäftsleben, wo man ernsthafte Vereinbarungen hat, sollte man das nicht machen", kommentierte Investor Lars Windhorst die Art und Weise von Klinsmanns Abgang

Nach seinem Rücktritt als Trainer von Hertha BSC wird Jürgen Klinsmann auch nicht mehr in den Aufsichtsrat des Berliner Fußball-Bundesligisten zurückkehren. Dies bestätigte Investor Lars Windhorst am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin - und verband dies mit scharfer Kritik an Klinsmann. "Leider ist die Art und Weise des Abgangs so unakzeptabel, dass wir im Sinne des Vereins eine zielführende Zusammenarbeit so nicht fortführen können", sagte Windhorst. "Jürgen Klinsmann hat viel an seiner Glaubwürdigkeit verloren. Das ist wirklich traurig, aber wir müssen damit leben."

Klinsmann hatte am 27. November das Traineramt des abstiegsbedrohten Erstligisten übernommen und große Ziele formuliert. Mit zwölf Punkten aus neun Spielen blieb seine Bilanz in der Bundesliga aber bescheiden.

Startrainer: Was Führungskräfte von Jürgen Klopp lernen können

Die Verärgerung über Klinsmanns überraschenden Rücktritt via Facebook war Windhorst während der Pressekonferenz anzumerken: "Das kann man als Jugendlicher vielleicht machen, aber im Geschäftsleben, wo man ernsthafte Vereinbarungen hat, sollte man das nicht machen", sagte Windhorst mit Blick auf Klinsmanns Rücktritt.

Schon seit Wochen gab es hinter den Kulissen Meinungsverschiedenheiten zwischen Klinsmann und Manager Michael Preetz über die zukünftigen Kompetenzen des Trainers. Am Dienstag zog Klinsmann Konsequenzen und kündigte via Facebook nach nur elf Wochen seinen Rückzug als Hertha-Trainer an.

Börsengang der Hertha derzeit "kein relevantes Thema"

Auch ein Börsengang ist für die Hertha derzeit kein Thema. "Für uns ist das bei Hertha BSC ein Thema, was nicht wirklich relevant ist", sagte Windhorst in Berlin. Zunächst müsse das Thema ohnehin "in den Gremien von Hertha BSC besprochen werden", sagte Windhorst und fügte hinzu: "Für unser weiteres Engagement ist kein Börsengang notwendig." Borussia Dortmund ist seit dem Jahr 2000 der einzige an der Börse notierte Fußball-Bundesligist.

Investment "sehr langfristig angelegt"

Über seine Beteiligungsgesellschaft Tennor hatte Windhorst im Juni 2019 zunächst 37,5 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA erworben und dafür 125 Millionen Euro gezahlt. Für weitere 99 Millionen Euro erhöhte er diesen Anteil am 8. November auf den im deutschen Profifußball maximalen Anteil von 49,9 Prozent.

Windhorst betonte außerdem, dass sein Investment weiterhin "sehr, sehr langfristig angelegt" sei und "nicht für drei oder fünf Jahre". Der Verein solle sich weiterentwickeln. "Wir werden weiter sehr motiviert und engagiert Hertha BSC begleiten. An den Plänen hat sich überhaupt nichts geändert."

la/dpa

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung