Sonntag, 21. April 2019

Rückschlag für Reederei-Großaktionär Kühne blitzt mit Übernahmeplan bei Hapag-Lloyd ab

Klaus-Michael Kühne: Dämpfer für die Übernahmepläne des Hapag-Lloyd-Großaktionärs
picture-alliance/ dpa
Klaus-Michael Kühne: Dämpfer für die Übernahmepläne des Hapag-Lloyd-Großaktionärs

Großaktionär Klaus-Michael Kühne beißt bei Hapag-Lloyd mit seinem lange gehegten Plan einer milliardenschweren Übernahme des Rivalen NOL aus Singapur auf Granit. Kühne habe bei den anderen Anteilseignern keine Unterstützung für sein Vorhaben bekommen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von einem Brancheninsider. Ein Kauf sei derzeit finanziell nicht zu stemmen, die Schulden von Hapag-Loyd seien zu hoch, sagte die Person mit Kenntnis der Situation.

Hapag-Lloyd wollte sich dazu nicht äußern. Das Magazin "Bilanz" hatte in einem Vorabbericht geschrieben, der Kauf würde zwischen 6 und 6,5 Milliarden Dollar kosten. Kühne ist mit knapp 21 Prozent drittgrößter Eigner von Hapag-Lloyd nach der Stadt Hamburg mit 23,2 Prozent und CSAV mit 34 Prozent.

Deutschlands größte Containerreederei strebt nach der Übernahme des Containergeschäfts von CSAV an die Börse. Den Zeitpunkt dafür hatte Vorstandschef Rolf Habben Jansen zuletzt offen gelassen. Er will, dass Hapag-Lloyd mindestens drei gute Quartale ausweist, bevor er den Gang aufs Parkett wagen will. Damit wäre ein Börsengang theoretisch zwar noch in diesem Jahr möglich. Für wahrscheinlicher hält Habben Jansen dies jedoch Anfang 2016.

Hapag-Lloyd hatte die Übernahme des Containergeschäfts der Compania Sud Americana de Vapores Ende 2014 perfekt gemacht und war damit weltweit zur Nummer vier aufgestiegen. Der weitere Fahrplan sah einen Börsengang binnen eines Jahres nach der Fusion vor.

Kühne sieht sich schon seit längerem nach einem weiteren Partner für Hapag-Lloyd um. Er will den Abstand zu den führenden Reedereien Maersk aus Dänemark, der in der Schweiz ansässigen Mediterranean Shipping (MSC) und CMA CGM aus Frankreich verringern. Als sein Wunschpartner gilt Neptune Orient Lines (NOL). Die Reederei aus Singapur hatte vor mehreren Jahren vergeblich versucht, Hapag-Lloyd zu übernehmen, als sich der Reisekonzern TUI aus der Schifffahrt zurückziehen wollte.

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