Korruption am Berliner Flughafen Anklage gegen Ex-BER-Manager

Soll im zweiten Halbjahr 2017 den Betrieb aufnehmen: der neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg

Soll im zweiten Halbjahr 2017 den Betrieb aufnehmen: der neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa

Wegen Bestechlichkeit in besonders schwerem Fall klagen die Korruptionsexperten der Staatsanwaltschaft Neuruppin Anklage einen Ex-Manager des Hauptstadtflughafens BER an. Die Fahnder sehen es als erwiesen an, dass der frühere BER-Bereichsleiter mindestens 150.000 Euro Schmiergeld angenommen hat, um im Gegenzug offene Rechnungen der Baufirma Imtech bevorzugt zu behandeln. Drei frühere Imtech-Manager klagen die Ermittler ebenfalls an. Der Vorwurf: Bestechung bzw. Beihilfe dazu. Nun muss das Landgericht Cottbus entscheiden, ob es zum Prozess kommt.

Seit Dezember 2014 fahndeten Landeskriminalbeamte und Neuruppiner Staatsanwälte. Sie gingen einem Hinweis nach, nach dem der damalige Bereichsleiter des Flughafens von Imtech bestochen worden sei. Der inzwischen insolvente Gebäudeausrüster ist auf der Flughafenbaustelle unter anderem für die Brandschutzanlagen zuständig. Als Gegenleistung für das Bargeld soll der BER-Manager Ende 2012 Imtech-Rechnungen in Höhe von 66 Millionen Euro durchgewunken haben, ohne zu prüfen, ob der Baukonzern die entsprechenden Arbeiten überhaupt ausgeführt hatte. Tatsächlich zahlte der BER kurz vor dem Jahresende 2012 die Millionen an Imtech. Für die Baufirma dringend benötigtes Geld: Schon damals stand das Unternehmen unter finanziellem Druck.

Bei einer Hausdurchsuchung entdeckten die Fahnder große Bargeldsummen im Safe des BER-Bereichsleiters. Während der Ermittlungen zeigten sich mehrere der Beschuldigten geständig. So räumte der ehemalige Deutschlandchef des Baukonzerns ein, die Zahlung für den BER genehmigt zu haben. Ein weiterer Imtech-Manager berichtete, im Dezember 2012 an einem Rasthof an der brandenburgischen A24 einen braunen Briefumschlag mit Bargeld an den Mitarbeiter des BER übergeben zu haben. Der BER-Mitarbeiter bestätigte den Erhalt von 150.000 Euro.

Wegen Fluchtgefahr saß der frühere BER-Bereichsleiter in Untersuchungshaft. Gegen Zahlung einer Geldauflage ist er inzwischen freigekommen.

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