Freitag, 19. Juli 2019

Vorstandsgehälter in Europa - Deutsche CEOs auf Platz 3 In diesen Ländern und Branchen verdienen Top-Manager am besten

Immer auf dem Sprung: Deutschlands Topmanager sind in Europas Spitzengruppe

Rund 3,6 Millionen Euro verdient ein Vorstandschef in Europa im Durchschnitt - doch die Unterschiede zwischen Ländern und Branchen sind enorm. So verdient ein britischer CEO fast dreimal so viel wie sein schwedischer Kollege. Deutsche Vorstandschefs gehören zu den Top-Verdienern in Europa.

Die höchsten Gehälter für Vorstandschefs in Europa werden währungsbereinigt in der Schweiz, in Großbritannien und in Deutschland gezahlt. Ein CEO in der Schweiz nimmt im Durchschnitt 6,2 Millionen Euro mit nach Hause und bekommt damit 172 Prozent des europäischen Durchschnittsgehalts von 3,6 Millionen Euro (100 Prozent). Britische Vorstandschefs folgen mit einem durchschnittlichen CEO-Gehalt von 5,4 Millionen Euro (150 Prozent des europäischen Medians).

Auf Platz drei folgen mit deutlichem Abstand die deutschen Vorstandchefs, die mit rund 3,9 Millionen Euro Durchschnittsgehalt lediglich 9 Prozent über dem europäischen Durchschnitt liegen. Dies ist das Ergebnis eines Vergleichs europäischer Vorstandsgehälter der Personal- und Organisationsberatung Korn Ferry Hay Group: Korn Ferry hat für die Studie mehr als 1500 Topmanager-Gehälter aus dem Jahr 2016 miteinander verglichen. Das Gehalt setzt sich dabei aus der Zahlung einer fixen Vergütung, kurzfristigen Boni und langfristigen Incentives zusammen.

Mit 3,9 Millionen Euro liegt ein deutscher CEO laut Korn Ferry im Schnitt deutlich hinter seinem Schweizer Kollegen zurück, verdient aber zugleich etwa doppelt so viel wie sein schwedischer Kollege. Ein einfaches Vorstandsmitglied kommt in Deutschland im Schnitt auf 1,7 Millionen Euro. Die europäischen Vorstandsgehälter sind 2016 im Schnitt um rund 1,3 Prozent gestiegen. Der Anstieg lag damit deutlich unter dem Anstieg der allgemeinen Gehälter von Führungskräften und Mitarbeitern, die nominal um rund 2,1 Prozent in Europa gestiegen sind.

Banker nur knapp über dem Durchschnitt

Vorstandsgehälter in Europa
  • Seit 1970 untersucht die Korn Ferry Hay Group jährlich branchenübergreifend Löhne und Gehälter von Top-Management, Führungskräften und Mitarbeitern weltweit. In diese Untersuchung sind Gehälter von 1.572 CEOs und Vorständen aus Westeuropa eingeflossen.

Am besten verdienen Topmanager im Branchenvergleich in der europäischen Pharma- und Autoindustrie: Die Gehälter in der Pharmabranche liegen mit 168 Prozent des Durchschnittsgehalts klar über dem europäischen Median, gefolgt von der Autoindustrie mit 131 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Topmanager in der Medienbranche (113 Prozent), Dienstleistungssektor (107 Prozent), Industrie (106 Prozent) und der Bankensektor auf Platz 6. Damit liegen die Gehälter der europäischen Banker nur noch um 3 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Am wenigsten verdienen Vorstände in den Branchen Transport (72 Prozent), Energie (71 Prozent) und Bergbau (61 Prozent).

Pharma- und Autobranche vorn

"Die Lücke zwischen den bestzahlenden Branchen und denen, die ihre Vorstände am niedrigsten vergüten, ist signifikant", sagt Thomas Haussmann, Senior Client Partner bei Korn Ferry Hay Group. Fixgehalt und kurzfristige Boni machten 2016 knapp zwei Drittel des CEO-Gehalts aus, ein weiteres Drittel bestand aus langfristigen Vergütungsbestandteilen wie Aktienoptionen und Zahlungen auf Basis von Performance-Indikatoren. Das gleiche galt für Mitglieder des Vorstands, bei denen der Anteil von Fixgehalt und Boni nur geringfügig höher ist (um 1,5 Prozent) als bei ihren Vorsitzenden.

Bezahlung stärker an langfristigen Erfolg gekoppelt

"Langfristige Incentives werden bei der Gestaltung der Gesamtvergütung immer wichtiger", ergänzt Haussmann. Obwohl Vorstandschefs und einfache Vorstandsmitglieder sich nicht mehr so lange auf ihren Positionen halten wie in der Vergangenheit, wollen Shareholder und Aufsichtsräte ihr Top-Management verpflichten, den langfristigen Wert des Unternehmens zu steigern - und nicht kurzfristig das Einkommen der angestellten Führungskräfte zu optimieren.

"In einer Zeit, in der Technologie und Innovation die wichtigsten Treiber sind, sind langfristige Vergütungsanreize ein wegweisender Trend", ergänzt Hausmann. Top-Manager müssten daher die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens für die nächsten drei, fünf oder gar zehn Jahre im Auge behalten.

Seit 1970 untersucht Korn Ferry Hay Group jährlich branchenübergreifend Löhne und Gehälter von Top-Management, Führungskräften und Mitarbeitern weltweit. In diese Untersuchung sind Gehälter von 1.572 CEOs und Vorständen aus Westeuropa eingeflossen.

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