Donnerstag, 2. April 2020

Aktion statt Papier Wie man wirkungsvoll kommuniziert

Arbeit im Büro: Wie wär's mal mit einem echten Auftritt statt Power-Point oder Papierstapeln?
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Arbeit im Büro: Wie wär's mal mit einem echten Auftritt statt Power-Point oder Papierstapeln?

2. Teil: Schluss mit dem Nebeneinander von Form und Inhalt

Dabei sollten Papiere immer Führungswirkung unterstützen und nicht blockieren. Sich in Menschen und in Rollen einzufühlen, leistet eben gerade kein Papierstapel. Deshalb wird die Form von Rede und Antwort immer wichtiger. Und hier gibt es eine alte Welt - und eine neue. Die alte Welt setzt die Form neben den Inhalt: ein Stapel Papier, Rede und Charts von der Agentur, zweimal im Jahr ein "Medientraining". Die neue Welt dagegen integriert all dies von Anfang an.

Es geht nicht darum, was auf Papieren steht, es geht nicht um die Anzahl von Fremdwörtern pro Satz. Es geht um Aktionen. Im vergangenen Jahr wurde erstmals ein Preis für Aktionen an Executives verliehen. Den Award "Bester Manager Auftritt" bekam am 14. November vergangenen Jahres einer, der verstanden hat, dass Papier allein nicht reicht .

Es mag verständlich sein, in Texten und Tafeln zu denken, bevor man Wichtiges redet oder antwortet. Man ist sortiert, findet Worte, man hat einen Plan. Es ist nur das falsche Produkt, um damit loszulaufen. Auf dem Papier sieht alles hübsch ordentlich aus, aber am Ende bleibt es Charts und Text. Wer eine gute Aktion will, einen Blick, eine Bewegung, der muss auch Aktionen vorbereiten. Niemals genügen dafür Papiere. Es gibt keine Aktion auf der Welt, die allein durch Papiervorbereitung erfolgreich geworden wäre. Die Vorbereitung in Aktion kostet Zeit, aber sie spart am Ende auch Zeit - wenn man es richtig macht.

Vom Papier zur Aktion

In Aktion wird das Wort Fleisch - und bleibt eben nicht Papier. Der Körper ist die Inkarnation der Botschaft. Und das entspricht einem globalen Trend: Führungskultur wird immer mehr zur Eventkultur. An entscheidenden Wegpunkten aller Strategien stehen immer öfter Aktionen.

Wer wirkungsvolle Aktionen will, muss die allerdings auch in Aktion vorbereiten. Schon um ein Gefühl zu bekommen, für Raum, Stand und Präsenz, für Bewegung im Raum, manchmal Bühnenpräsenz, Staging, Proxemik. Wie ist die Verteilung der Redeanteile? Wie ist die Haltung? Wer kommt wann von wo? Wie agiert das Team? Von welcher Seite fange ich an? Was halte ich hoch? Sitze oder stehe ich? Wie komme ich rein - und wie gucke ich dabei aus der Wäsche?

Aktionen vorzubereiten, bedeutet im Endeffekt eine Zeitersparnis. Der Sonntagnachmittag, an dem bisher lustlos auf Charts herum gemalt wurde, ohne ein Event tatsächlich wirkungsvoll vorbereitet zu haben, ist dann frei.

Der Weg in den Executive Modus führt vom Papier zur Aktion. Nichts zu danken.

Stefan Wachtel ist Executive Coach und bereitet beispielsweise Spitzenmanager auf öffentliche Auftritte vor. Er ist Mitglied der MeinungsMachervon manager-magazin.de. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wieder.

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