Sonntag, 26. Januar 2020

Letzte Hürde genommen KKR bei Axel Springer am Ziel

KKR kann durchregieren: Zum Jahresende werden dem US-Investor fast 45 Prozent des Medienkonzerns Axel Springer gehören
Kay Nietfeld/dpa
KKR kann durchregieren: Zum Jahresende werden dem US-Investor fast 45 Prozent des Medienkonzerns Axel Springer gehören

Der US-Investor KKR ist mit seinem Einstieg beim Berliner Medienkonzern Axel Springer am Ziel. Mit der Zustimmung der serbischen Kartellwächter habe man nun die letzte noch ausstehende regulatorische Freigabe für das Übernahmeangebot erhalten, teilte die Beteiligungsfirma am Dienstag mit.

Die Abwicklung des Angebots an die Springer-Aktionäre solle bis zum 27. Dezember über die Bühne gehen. Die Anteilseigner bekommen pro Aktie 63 Euro. KKR hat sich nach eigenen Angaben insgesamt 44,28 Prozent an dem traditionsreichen Medienunternehmen gesichert. Die Amerikaner steigen mit rund 2,9 Milliarden Euro bei Springer ein und sind damit auf Anhieb größter Aktionär - noch vor der Verlegerwitwe Friede Springer.

KKR größter Aktionär noch vor Friede Springer

KKR soll helfen, langfristiges Wachstum zu finanzieren. Springer benötigt die Finanzkraft von KKR, um die Expansion im Digitalgeschäft voranzutreiben: Die Bedeutung der deutschsprachigen Zeitungen und journalistischer Inhalte ist im Springer-Geschäftsmodell seit Jahren gesunken und wird weiter sinken. Für den Großteil des Gewinns sorgen nicht "Bild" oder "Welt", sondern digitale Rubriken-Portale wie SeLoger, StepStone oder Immowelt.


Lesen Sie auch: Top-Manager Wiele verlässt Springer und berät künftig KKR


Als nächster Schritt dürfte nun der Herausgeber von "Bild" und "Welt" von der Börse genommen werden. Die Berliner flogen bereits im August aus dem Aktienindex MDax. Das Medienhaus steht zudem vor einer Restrukturierung und einem noch nicht genau bezifferten Stellenabbau.

rei mit dpa

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung