Sonntag, 15. Dezember 2019

Wurst-Merger mischt Branche auf Konkurrenten rücken Großschlachter Tönnies auf die Pelle

Gesamtumsatz mehr als 700 Millionen Euro: In der Wurst-Branche entsteht eine neue Macht.

Die Wursthersteller Kemper und Reinert wollen sich zum zweitgrößten Anbieter in Deutschland zusammenschließen. Damit könnte der Fleischriese Tönnies im harten Wettbewerb mit Wurstprodukten deutlich mehr Konkurrenz bekommen.


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Wie Kemper mit Sitz im niedersächsischen Nortrup am Dienstag mitteilte, wird durch die Fusion mit Reinert aus Versmold (Nordrhein-Westfalen) der nach Umsatz zweitgrößte deutsche Wurstproduzent geschaffen. Firmenangaben zufolge beträgt der Jahreserlös dann mehr als 700 Millionen Euro. Nach Informationen der "Lebensmittel-Zeitung" lag darüber zuletzt nur die zum Tönnies-Konzern gehörende Zur-Mühlen-Gruppe.

Die Inhaber-Familien Reinert und Kühnl sollen je die Hälfte der Anteile an dem neuen Unternehmen mit dem Namen "The Family Butchers" halten, erklärte Kemper. Die Kartellbehörden müssen den Plänen noch zustimmen. Beide Partner peilen für ihre Fusion den Jahreswechsel an, nach Angaben einer Sprecherin gibt es aber noch keinen konkreten Zeitpunkt für die erhoffte Genehmigung.

In den neun gemeinsamen Werken sollen rund 2600 Beschäftigte arbeiten - vier der Standorte betreibt Kemper, die übrigen fünf Reinert, wo es auch einen Schwerpunkt auf der Rohwurst- und Schinkenproduktion gibt. Ziel sei es, in dem zusammengeschlossenen Unternehmen sowohl günstige als auch Premium-Produkte anzubieten. Der Wettbewerber Zur-Mühlen-Gruppe hatte erst im Sommer das deutsche Wurstgeschäft von der Bell-Gruppe aus der Schweiz übernommen.

cr/dpa-afx

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