Sonntag, 17. November 2019

Aufstocken verboten Kartellamt pfeift Asklepios bei Rhön zurück

Zentrale des Rhön-Klinikums in Bad Neustadt: Aus der Sperrminorität für Asklepios wird vorerst nichts

Mit der geplanten Sperrminorität hätte der Hamburger Klinikbetreiber Asklepios einen möglichen Verkauf des Rhön-Klinikums dauerhaft verhindern können. Nun hat das Kartellamt Asklepios einen Strich durch die Rechnung gemacht - weil die Hamburger sich angeblich nicht an Auflagen halten.

Frankfurt am Main/Bad Neustadt - Das Bundeskartellamt hat Asklepios die geplante Aufstockung seiner Anteile an Rhön-Klinikum verboten. Die von Asklepios beabsichtigte Aufstockung auf 10,01 Prozent an dem fränkischen Krankenhauskonzern sei untersagt worden, teilte das Bundeskartellamt am Dienstag mit.

Asklepios werde die Auflage des Kartellamts nicht erfüllen, die Harzklinik sowie das Medizinische Versorgungszentrum in Goslar an einen unabhängigen Krankenhausträger zu verkaufen. Auf dem dortigen Krankenhausmarkt verfügt Asklepios mit einem Marktanteil von mehr als 60 Prozent über eine marktbeherrschende Stellung.

"Dies ist das erste Mal in unserer Fallpraxis, dass die Beteiligten ihr eigenes Angebot zur Beseitigung wettbewerblicher Probleme schließlich doch nicht umsetzen wollen und deshalb aus einer Freigabe unter aufschiebender Bedingung eine Untersagung wird", erklärte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt. Bei Asklepios war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Asklepios-Eigner Bernard Broermann war 2012 bei Rhön-Klinkum Börsen-Chart zeigen eingestiegen und hatte damit dessen Übernahme durch den Gesundheitskonzern Fresenius platzen lassen. Mit dem Ausbau der Rhön-Anteile hätte Asklepios möglicherweise einen Verkauf des Konkurrenten dauerhaft verhindern können.

Allerdings hatten die Rhön-Aktionäre im Juni auf der Hauptversammlung die umstrittene Satzungsklausel gekippt, die bislang für alle wichtigen Entscheidungen eine Mehrheit von mindestens 90 Prozent der Stimmen vorsah. Gegen den Hauptversammlungsbeschluss sind inzwischen mehrere Anfechtungsklagen anhängig.

ts/rtr/dpa-afx

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