Kampf um Marktanteile Bahn will nun auch stärker auf Fernbusse setzen

Die Deutsche Bahn will laut einem Insider ab Sommer mehr Fahrten mit Fernbussen anbieten. Die Expansion dürfte schwierig werden: Nachdem der Staatskonzern den Markt zunächst unterschätzt hatte, ist die Konkurrenz inzwischen übermächtig.
Straßen-Bahn: In einem ersten Schritt sollen die bestehenden Bus-Marken wie BEX, Berlinienbus und IC-Bus zusammengefasst werden

Straßen-Bahn: In einem ersten Schritt sollen die bestehenden Bus-Marken wie BEX, Berlinienbus und IC-Bus zusammengefasst werden

Foto: Deutsche Bahn

Berlin - Die Deutsche Bahn will ab Sommer ihr Bus-Angebot im umkämpften Fernverkehrsmarkt deutlich ausweiten. Vom zweiten Halbjahr an sollten neue Linien angeboten und bestehende häufiger bedient werden, sagten mit den Plänen Vertraute am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Expansion unter Einschluss neuer Verbindungen etwa zwischen Berlin und Bremen, aber auch ins Ausland soll demnach bis Ende 2016 abgeschlossen sein. In einem ersten Schritt würden die bestehenden Bus-Marken wie BEX, Berlinienbus und IC-Bus zusammengefasst.

Dennoch soll der Schwerpunkt weiter auf den Fernzügen liegen. Um das Angebot dort attraktiver zu machen, soll im März ein Konzept vorgestellt werden. Die Bahn will am Montagnachmittag ihre Vorstellungen zum Fernbus-Angebot öffentlich machen und wollte sich nicht zu den Angaben äußern.

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Zum Schutz der Bahn war der Fernbus-Verkehr in Deutschland bis 2012 per Gesetz weitgehend verboten. Nach der Liberalisierung boomt der Markt mit immer neuen Anbietern. Einige haben sich wegen des Preiskampfes bereits wieder zurückgezogen. Die beiden Marktführer MeinFernbus und Flixbus schlossen sich kürzlich zusammen und wollen ihr Angebot 2015 nahezu verdoppeln. Sie beherrschen drei Viertel des Marktes. Die Busse der Bahn haben einen Anteil von unter zehn Prozent. Bus-Tickets sind im Vergleich zum Zug günstiger, wenn auch die Fahrten meist länger dauern.

Die Bahn hatte den Markt zunächst unterschätzt. Unternehmenschef Rüdiger Grube räumte ein, die Konkurrenz habe den Staatskonzern 2014 rund 120 Millionen Euro gekostet. Die gesunkenen Spritpreise machen zudem das Auto im Vergleich zur Bahn attraktiver. Neue Kunden von der Bahn bekamen die Fernbusse zudem durch die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL.

ts/rtr
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