Montag, 14. Oktober 2019

Experte warnt vor Folgen Kalaschnikow stellt Kamikaze-Drohne vor

Gefeierter Sturmgewehrerfinder: Statue von Michail Kalaschnikow in Moskau

Nach Vorstößen ins Mode- und Elektroautogeschäft hofft der für sein Sturmgewehr AK-47 bekannte Waffenhersteller Kalaschnikow nun wieder auf einen neuen Blockbuster im Kerngeschäft. Die Russen haben eine Billig-Drohne entwickelt, die nach Einschätzung von Experten die Kriegsführung revolutionieren könnte, weil sie hoch entwickelte Technologien auch für Terroristen einfach und billig verfügbar machen könnte.

Kalaschnikow stellte die Drohne KUB-UAV der Kalaschnikow-Tochter Zala Aero-Group auf einer Waffenmesse in Abu Dhabi vor. Von der Präsentation der Drohne hatte zuerst die "Washington Post" berichtet.

Der Waffenhersteller preist seine Neuentwicklung als einfach zu bedienen, effektiv, leise und "sehr billig" an. Sie sei ein "Schritt in Richtung einer vollkommen neuen Form des Kampfes", hieß es in einer Presseerklärung. Die KUB-UAV ist etwa 1,20 Meter breit und kann den Angaben zufolge rund eine halbe Stunde lang mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 130 Stundenkilometern fliegen. Sie hat also eine Reichweite von mindestens 40 Kilometern und kann den Angaben zufolge eine Last von drei Kilogramm tragen.

Die neue Drohne befähige potenzielle Käufer, eine Bombe sehr genau zu steuern, wie es sonst nur das US-Militär mit einigen hoch entwickelten Produkten könne, fasst Nicholas Grossmann, Außenpolitik-Professor und Autor des Buches "Drones and Terrorism", in der "Washington Post" den Effekt der Bombe zusammen. Damit würden intelligente Bomben weiter verbreitet und der Abstand zwischen hoch entwickelten und deutlich kleineren Armeen verkleinert.

Völlig neu ist das Konzept von "Kamikaze-Drohne" indes nicht. So hat unter anderem der "Islamische Staat" Berichten zufolge bereits in der Vergangenheit bei den Schlachten um Mosul und Raqqa im Irak sowie in Syrien zivile Drohnen mit Sprengstoff versehen und diese über vorrückenden Truppen oder den Lagern der Gegner detonieren lassen. Neue Produkte wie die nun vorgestellte KUB-UAV würden derartige Angriffe allerdings noch präziser und somit tödlicher machen.

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