Montag, 23. September 2019

Missbrauchsvorwurf und Verdacht des Frauenhandels US-Milliardär und Hedgefonds-Manager Jeffrey Epstein wieder in Haft

Jeffrey Epstein im Jahr 2008
Uma Sanghvi/ Palm Beach Post/ AP
Jeffrey Epstein im Jahr 2008

Der US-Milliardär Jeffrey Epstein ist unter dem Vorwurf des Frauenhandels festgenommen worden. Wie der Fernsehsender CBS Miami berichtete, erfolgte die Festnahme bereits am Samstag an einem Flughafen in New Jersey. Der Hedgefonds-Manager, dem bereits seit Jahren vorgeworfen wird, sexuelle Dienste unter anderem von Minderjährigen in Anspruch zu nehmen, soll demnach am heutigen Montag einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden.

Epstein war bereits 2007 wegen Sexualdelikten verurteilt worden. Der Milliardär war seinerzeit für Pool-Partys berüchtigt, bei denen Minderjährige Massagedienste anboten. Daraufhin ermittelte das FBI, der heute 66-Jährige soll Dutzende Mädchen sexuell belästigt und in seinen Häusern in Florida und New York zur Prostitution angeboten haben.

Milliardär saß wegen Sexualdelikten schon einmal in Haft

Theoretisch hätte dem Milliardär damals eine jahrelange Haftstrafe gedroht, möglicherweise auch lebenslang. Tatsächlich aber kam er damals wegen einer außergerichtlichen Einigung mit 18 Monaten Haft davon. Das Abkommen hatte damals der Oberste Staatsanwalt in Miami und heutige US-Arbeitsminister Alexander Acosta aushandelt.

Recherchen des "Miami Herald" ergaben später, dass der Milliardär, der unter anderem US-Präsident Donald Trump und Ex-Präsident Bill Clinton zu seinen Freunden zählt, großzügige Hafterleichterungen wie täglichen Freigang genoss und nach 13 Monaten vorzeitig frei kam. Durch die Enthüllungen der Zeitungen rückte auch die Rolle Acostas in der Angelegenheit in den Fokus.

Acosta verteidigte die außergerichtliche Einigung als unter den damaligen Umständen angemessen. Mehrere Staatsanwälte riefen dazu auf, trotz der Zweifel an dem Deal von damals festzuhalten. "Die Vergangenheit kann nicht rückgängig gemacht werden, die Regierung hat sich selbst auf die außergerichtliche Einigung festgelegt", schreiben sie.

Heutiger US-Arbeitsminister hatte damals zweifelhaften Deal ausgehandelt

Der US-Senator Ben Sasse hingegen veröffentlichte am vergangenen Samstag ein Statement, in dem er einen fairen neuen Prozess forderte. Epstein habe das letzte Mal eine traurig milde Strafe bekommen, sagte er. "Die Opfer verdienen nichts anderes als Gerechtigkeit. Diese sollte nicht von der Größe des Bankkontos abhängen."

Die aktuelle Verhaftung soll auf Anschuldigungen von Frauen zurückgehen, die Epstein als Minderjährige im Zeitraum von 2002 bis 2005 sexuell belästigt haben soll. Daneben wurden Vorwürfe bekannt, laut denen der Milliardär auch einige der Frauen dazu aufgefordert haben soll, im Umkreis, aber auch in Osteuropa und anderen Teilen der Welt nach weiteren Opfern zu suchen. Es wird erwartet, dass er am Montag in Manhattan einem Richter vorgeführt wird.

rei/AFP/dpa

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