Multi-Milliardär und Multi-Unternehmer Sie ahnen nicht, was Amazon-Chef Bezos noch alles macht

Multimilliardär und Multi-Unternehmer: Amazon-Gründer Jeff Bezos

Multimilliardär und Multi-Unternehmer: Amazon-Gründer Jeff Bezos

Foto: Getty Images

Jeff Bezos kennt jeder als den Macher von Amazon, jener Online-Plattform, die dem traditionellen Einzelhandel das Leben schwer macht. Just in diesen Tagen präsentiert das Unternehmen eine neue Drohne, mit der es die Liefer-Logistik in Großstädten weltweit künftig revolutionieren will.

Seinem Gründer hat Amazon  bereits ein Milliardenvermögen eingebracht. In diesem Jahr hoben die Aktien des Unternehmens an der Börse geradezu ab. Konzernchef Bezos wurde so mit mittlerweile geschätzten 60 Milliarden Dollar (56,6 Milliarden Euro) endgültig zu einem der reichsten Männer der Welt (siehe Video am Ende des Artikels).

Doch den 51-Jährigen auf diese einzige unternehmerische Aktivität zu reduzieren, würde ihm nicht gerecht. Bezos betreibt eine ganze Reihe weiterer Geschäfte, von denen einige Gewinn machen, während andere in erster Linie Geld kosten.

Hier ein Überblick über die wichtigsten Betätigungsfelder des Tausendsassas Jeff Bezos abseits vom Online-Handel:

Wettrennen ins Weltall

Milliardär und Pionier: Jeff Bezos zieht es zu den Sternen

Milliardär und Pionier: Jeff Bezos zieht es zu den Sternen

Foto: DPA/ Blue Origin

Mit seinem Raumfahrtunternehmen Blue Origin, das Bezos im Jahr 2000 gestartet hat, konkurriert er mit anderen Pionieren wie Tesla-Chef Elon Musk oder Virgin-Gründer Richard Branson um die Führung bei der privaten Raumfahrt. Ziel ist es, Touristen ins Weltall zu befördern (und natürlich auch wieder zurück).

Testflüge macht Blue Origin bereits seit einigen Jahren. Einen besonderen Erfolg präsentierte Bezos allerdings vor wenigen Tagen. Da beförderte er mit seiner "New Shepard"-Rakete eine Kapsel, die zum Personentransport geeignet wäre, unversehrt in eine Höhe von etwa 100 Kilometern und damit an den unteren Rand des Weltalls. Die Besonderheit: Dem Team von Blue Origin gelang es, die Trägerrakete auch wieder heile auf dem Erdboden landen zu lassen (siehe Video).

Wo der Kuckuck nur alle 1000 Jahre erscheint

Arbeit im Stollen: Die 10.000-Jahres-Uhr entsteht in einem Berg in Texas

Arbeit im Stollen: Die 10.000-Jahres-Uhr entsteht in einem Berg in Texas

In einem Berg in Texas finanziert Bezos ein ebenso ungewöhnliches wie bemerkenswertes Projekt: Dort entsteht die sogenannte 10.000-Jahres-Uhr.

Nur ein Ticken pro Jahr: Modell der 10.000-Jahres-Uhr

Nur ein Ticken pro Jahr: Modell der 10.000-Jahres-Uhr

Die Uhr sei ein Symbol für langfristiges Denken, schreibt Bezos auf der Website . Ihr Schöpfer, ein Mann namens Danny Hillis, arbeite bereits seit 1989 an der Idee. Geplant sei ein Chronometer für wirklich große Zeiträume: Die Uhr solle lediglich einmal im Jahr ticken. Sie werde über einen Zeiger verfügen, der sich nur alle 100 Jahre bewegt. Und alle 1000 Jahre erscheine ein Kuckuck.

Wer das monumentale Werk besichtigen will, muss allerdings ein wenig Anstrengung in Kauf nehmen: Laut Bezos ist der nächste Flughafen einige Autostunden entfernt. Der beim Aufstieg zu Fuß sind mehr als 600 Höhenmeter zu überwinden.

Die unsichtbare Seite von Amazon

Sieben Milliarden Dollar Umsatz im Jahr: Die Amazon-Cloud-Dienste florieren

Sieben Milliarden Dollar Umsatz im Jahr: Die Amazon-Cloud-Dienste florieren

Der Handel mit Büchern und anderen Produkten des täglichen Gebrauchs ist nur die eine, sichtbare Seite von Amazon. Daneben betreibt das Unternehmen noch ein Geschäft, das zwar nicht so offensichtlich ist, das aber mindestens ebenso floriert: die Cloud-Dienste.

Nicht nur Privatleute nutzen - teilweise womöglich ohne es zu wissen - die Speicherangebote des Bezos-Konzerns. Amazon verfügt vielmehr auch über prominente Firmenkunden, vom Web-TV-Anbieter Netflix  bis zum US-Geheimdienst CIA, wie der US-Sender CNN  berichtet. Dem Bericht zufolge macht Amazon mit seinen Cloud-Angeboten einen Jahresumsatz von mehr als sieben Milliarden Dollar.

Bezos, der Zeitungsmann

Traditionsblatt: 2013 kaufte Jeff Bezos die "Washington Post"

Traditionsblatt: 2013 kaufte Jeff Bezos die "Washington Post"

Foto: KAREN BLEIER/ AFP
Legendäre "Post"-Reporter Woodward (rechts) und Bernstein

Legendäre "Post"-Reporter Woodward (rechts) und Bernstein

Foto: AP

Raumfahrt, Online-Dienste - Jeff Bezos ist offenbar ein moderner Mann mit Sinn für zukunftsträchtige Geschäfte. Da kann es schon ein wenig überraschen, dass er sich - als Privatmann wohl gemerkt - 2013 für 250 Millionen Dollar eine eigene Tageszeitung zulegte.

Und zwar nicht irgendeine Zeitung: Bezos erwarb die "Washington Post", deren Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein einst die Watergate-Affäre aufdeckten, und die einen Ruf als investigatives Blatt zu verteidigen hat.

Der Kauf hatte gleichzeitig Symbolwert für eine Tageszeitungsbranche, die insbesondere in den USA gegen den Untergang kämpft. Der Dienst am Leser bleibe das Herz der "Post", sagte Bezos zu seinem Einstieg.

Uber, Airbnb und Co. - Bezos als Start-up-Investor

Umstrittene Mitfahrplattform Uber: Bezos steckt sein Geld in viele verschiedene Unternehmensideen

Umstrittene Mitfahrplattform Uber: Bezos steckt sein Geld in viele verschiedene Unternehmensideen

Foto: Britta Pedersen/ dpa

Auch als Investor hat Bezos schon häufig von sich reden gemacht. Sein Geld steckt beispielsweise ebenso in der umstrittenen Mitfahrplattform Uber wie im Übernachtungsvermittler Airbnb.

Auch in Twitter hat Bezos investiert. Der Milliardär selbst nutzte den Kurznachrichtendienst bislang allerdings nur ein einziges Mal, nämlich, um vor wenigen Tagen den erfolgreichen Testflug seiner Rakete "New Shepard" zu verkünden.

Wie am heutigen Montag bekannt wurde, beteiligt sich Bezos zudem am neuen milliardenschweren New-Energy-Fund, den Microsoft-Gründer Bill Gates zusammen mit zahlreichen Milliardären und verschiedenen Kräften aus der Politik im Kampf gegen den Klimawandel auf die Beine stellen will.

manager-magazin.de / Wochit
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.